Wer heute nach „Sachkundeprüfung 34a online test" sucht, landet in Fragensammlungen: PDFs, Quiz-Seiten, Apps, Karteikarten-Sets. Bevor du dich in eine davon vertiefst, lohnt ein Blick auf das Datum. Denn seit dem 1. Juli 2025 rechnet die Prüfung anders: Der schriftliche Teil umfasst 82 Fragen und 120 Punkte statt 72 Fragen und 100 Punkte – und es gibt Teilpunkte.
Dieser Artikel erklärt dir, wie die Prüfung heute aufgebaut und bewertet wird, woran du erkennst, ob ein Online-Test oder ein Fragen-PDF noch das aktuelle Schema abbildet, und wie du deine Übungszeit so einteilst, dass du am Prüfungstag nicht zum ersten Mal vor dem echten Format sitzt.
Kurz zu dir: Du willst nicht studieren, du willst bestehen
Die meisten, die sich auf die Sachkundeprüfung vorbereiten, machen das nebenher. Nach der Schicht, im Bus, am Küchentisch. Du willst keine 400-Seiten-Skripte lesen, sondern wissen: Was kommt dran, wie viele Punkte brauche ich, und womit übe ich das effizient?
Genau da liegt die Falle. Übungsfragen fühlen sich nach Fortschritt an – man klickt, man sieht ein grünes Häkchen, man kommt voran. Aber wenn eine Fragensammlung nach dem alten Alles-oder-nichts-Schema wertet, trainierst du eine Bewertungslogik, die es nicht mehr gibt. Und Multiple-Choice-Klicken trainiert nur den schriftlichen Teil. Der mündliche Teil muss nach § 11 Abs. 4 BewachV eigenständig bestanden werden – ein starker schriftlicher Teil gleicht ihn nicht aus.
Was rechtlich geprüft wird – und was in Übungsmaterial meist fehlt
Rechtlich steht die Prüfung auf zwei Säulen. § 34a der Gewerbeordnung legt fest, wer sie überhaupt braucht. Die Bewachungsverordnung (BewachV) legt fest, was geprüft wird und wie.
Der Pflichtteil aus § 34a Abs. 1a Satz 2 GewO betrifft unter anderem Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr, den Schutz vor Ladendieben, Bewachungen im Einlassbereich gastgewerblicher Diskotheken sowie – in leitender Funktion – die Bewachung von Flüchtlingsunterkünften und zugangsgeschützten Großveranstaltungen. Für diese Tätigkeiten reicht die Unterrichtung nicht; es braucht die bestandene Sachkundeprüfung. Dazu kommen die Gewerbetreibenden selbst: Nach § 34a Abs. 1 Satz 3 Nr. 3 GewO müssen auch sie sowie ihre gesetzlichen Vertreter und Betriebsleiter eine vor der IHK erfolgreich abgelegte Prüfung nachweisen.
Der Prüfungsstoff steht in § 7 BewachV – sieben Sachgebiete:
- Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich Gewerberecht
- Datenschutzrecht
- Bürgerliches Gesetzbuch
- Straf- und Strafverfahrensrecht, Umgang mit Waffen
- Unfallverhütungsvorschrift Wach- und Sicherungsdienste
- Umgang mit Menschen – Verhalten in Gefahrensituationen, Deeskalationstechniken, interkulturelle Kompetenz unter besonderer Beachtung von Diversität und gesellschaftlicher Vielfalt
- Grundzüge der Sicherheitstechnik
§ 9 Abs. 2 BewachV sagt dazu klar: Gegenstand der Sachkundeprüfung sind die in § 7 in Verbindung mit Anlage 2 aufgeführten Sachgebiete, und die Prüfung soll sich auf jedes dieser Gebiete erstrecken. Kein Gebiet ist also „optional".
Was in Übungsmaterial häufig unter den Tisch fällt: die Bewertungsmechanik. Genau die entscheidet aber, ob du bestehst.
Was sich zum 1. Juli 2025 geändert hat
Wichtig vorweg, weil es oft durcheinandergeht: Die Bewachungsverordnung selbst wurde dafür nicht geändert. Die BewachV hat das Ausfertigungsdatum 03.05.2019 und wurde zuletzt durch Art. 2 der Verordnung vom 24.06.2019 geändert. Die Umstellung zum 01.07.2025 betrifft das Bewertungsschema des schriftlichen Prüfungsteils – bundesweit einheitlich zum selben Stichtag bei allen IHKs umgesetzt.
Vorher: 72 Fragen, 100 Punkte, alles oder nichts
Bis zum 30.06.2025 ergaben 72 Prüfungsfragen maximal 100 Punkte. Zum Bestehen des schriftlichen Teils waren mindestens 50 Punkte nötig, also 50 Prozent.
Der Haken lag in der Auswertung: Punkte gab es nur, wenn deine Richtig/Falsch-Markierungen exakt mit der Musterlösung übereinstimmten. Eine einzige fehlende zweite richtige Antwort bedeutete null Punkte für die gesamte Aufgabe. Fast richtig war null.
Seit 01.07.2025: 82 Fragen, 120 Punkte, Teilpunkte
Seit dem 1. Juli 2025 ergeben 82 Prüfungsfragen maximal 120 Punkte – das sind die neuen 100 Prozent. Für das Bestehen des schriftlichen Teils sind nach Prüfungsordnung mindestens 60 Punkte erforderlich, also weiterhin 50 Prozent.
Der Kern der Reform ist die Teilpunkte-Wertung: Ausgewertet wird jetzt nach Teilantworten. Eine richtige Teilantwort ergibt einen Punkt. Das Alles-oder-nichts fällt weg.
Die Erhöhung der Fragenzahl ist genau dafür da: Sie gleicht die durch Teilpunkte erzielbaren Mehrpunkte aus. Es wird also nicht leichter, weil du plötzlich Teilpunkte einsammelst – die Skala wurde mitgezogen.
Was sich ausdrücklich nicht geändert hat
- Das Niveau des schriftlichen Prüfungsteils soll sich nicht ändern.
- Die Verteilung der Schwerpunkte und der relevante Stoffumfang bleiben unverändert.
- Der Rahmenstoffplan bleibt unverändert.
- Am mündlichen Prüfungsteil hat sich durch die Reform nichts geändert.
Übersetzt: Dein Lernstoff ist derselbe wie vorher. Was sich geändert hat, ist die Rechenlogik dahinter – und damit die Art, wie du Fragen bearbeiten solltest.
Was das für deine Klick-Taktik bedeutet
Unter dem alten Schema war eine halbrichtige Aufgabe komplett verloren – es machte kaum einen Unterschied, ob du eine oder alle Teilaussagen falsch hattest. Unter dem neuen Schema zählt jede einzelne korrekt bewertete Teilantwort. Wenn du bei einer Aufgabe drei von vier Teilaussagen sicher einordnen kannst, holst du dir diese Punkte – auch wenn du bei der vierten danebenliegst.
Ein Übungstest, der dir am Ende nur „richtig/falsch" pro Aufgabe zeigt, spiegelt das nicht wider. Er kann dir nicht sagen, wo du drei von vier hattest und wo eins von vier – und genau dieser Unterschied entscheidet darüber, ob du die 60 Punkte erreichst.
Woran du erkennst, dass ein Online-Test oder PDF veraltet ist
Vier Signale kannst du in dreißig Sekunden prüfen:
- „72 Fragen" oder „100 Punkte" im Text. Beides ist das Schema bis 30.06.2025.
- „50 Punkte zum Bestehen" für den schriftlichen Teil. Aktuell sind es 60 von 120.
- Keine Teilpunkte in der Auswertung. Wenn eine Mehrfachauswahl-Aufgabe pauschal als „falsch" gewertet wird, sobald ein Haken fehlt, rechnet das Material nach altem Schema.
- Kein Aktualisierungsdatum. Bei einem PDF ohne Stand-Angabe weißt du schlicht nicht, welches Schema drinsteckt.
Selbst die Prüfungssimulation im DIHK-Bildungs-Shop rechnet noch mit 72 Aufgaben: Das Angebot „Test- und Übungsfragen" enthält über 100 Übungsfragen, unterteilt in die in der Prüfung vorgesehenen Themenbereiche, die Produktbeschreibung der Simulation nennt aber weiterhin „72 Übungsaufgaben in 120 Minuten" – also das bis 30.06.2025 gültige Schema. Bei Fragensammlungen ohne Stand-Angabe musst du deshalb damit rechnen, dass sie ebenfalls das alte Schema abbilden.
Das heißt nicht, dass solche Fragen inhaltlich schlecht wären – der Stoff ist ja unverändert. Es heißt: Auf die Bestehens-Arithmetik dieser Simulationen kannst du dich nicht verlassen. Wenn ein Übungstest dir „bestanden" ausgibt, weil du 51 von 100 hattest, ist das eine Zahl aus einer alten Welt.
So ist die Prüfung heute aufgebaut
§ 11 Abs. 1 BewachV: „Die Sachkundeprüfung ist in einen mündlichen und einen schriftlichen Teil zu gliedern." Beide Teile musst du bestehen – nach § 11 Abs. 4 BewachV ist die Prüfung nur bestanden, wenn die Leistungen im schriftlichen und im mündlichen Teil jeweils mindestens mit „ausreichend" bewertet wurden. Wie beide Prüfungsteile im Detail ablaufen, liest du in unserem Ratgeber zum Ablauf der 34a-Sachkundeprüfung.
Der schriftliche Teil
Der schriftliche Prüfungsteil dauert 120 Minuten, wird elektronisch am Laptop durchgeführt und besteht ausschließlich aus Multiple-Choice-Aufgaben – bundeseinheitliche, programmierte Aufgaben im Antwort-Wahl-Verfahren. 82 Fragen, 120 Punkte, 60 Punkte zum Bestehen.
Rechne kurz nach: 120 Minuten auf 82 Fragen sind im Schnitt gut 87 Sekunden pro Frage. Das ist machbar, aber nicht üppig – vor allem, wenn du bei Situationsaufgaben erst den Sachverhalt sortieren musst. Zeitgefühl ist deshalb ein eigener Trainingsgegenstand, kein Nebenprodukt.
Weil am Laptop geprüft wird, lohnt sich ein Blick auf die Software vorab. Die IHK Aachen stellt zum Kennenlernen der Prüfungssoftware zum Beispiel eine Demoprüfung bereit. Schau bei deiner IHK, ob es etwas Vergleichbares gibt – das nimmt am Prüfungstag unnötige Reibung raus.
Der mündliche Teil
Nach § 11 Abs. 2 BewachV können im mündlichen Prüfungsteil gleichzeitig bis zu fünf Prüflinge geprüft werden. Für jeden Prüfling soll er etwa 15 Minuten dauern. Der Schwerpunkt liegt auf den Gebieten nach § 7 Nummer 1 und 6, also Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich Gewerberecht sowie Umgang mit Menschen.
Bei den Punktzahlen musst du genau hinsehen, weil das Prüfungsverfahren nach § 11 Abs. 8 BewachV Satzungssache der einzelnen IHK ist – dazu unten mehr. Die IHK Aachen nennt für den mündlichen Teil 100 erreichbare Punkte, bestanden ab 50 (50 Prozent), und lässt zur mündlichen Prüfung nur zu, wer den schriftlichen Teil mit mindestens 60 Punkten (50 Prozent) bestanden hat. Die Prüfungsordnung der IHK Nürnberg für Mittelfranken fordert allgemeiner in § 11, dass schriftlicher und mündlicher Teil mit Punkten bewertet werden und jeweils mindestens 50 Prozent der zu vergebenden Gesamtpunkte erforderlich sind. Die 50-Prozent-Hürde je Teil ist also der gemeinsame Nenner; die absolute Punktzahl regelt deine IHK.
Inhaltlich liegt in der mündlichen Teilprüfung ein Schwerpunkt auf dem Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung – insbesondere der Abgrenzung der Aufgaben und Befugnisse von Polizei und Bewachungsgewerbe –, auf Gewerberecht und Datenschutz sowie auf dem Umgang mit Menschen. Dort werden Situationsaufgaben und Fallbeispiele aus der Praxis gestellt, die du rechtlich begründen musst.
Die Prüfung ist nach § 11 Abs. 5 BewachV nicht öffentlich; anwesend sein dürfen neben Prüfungsausschuss und Prüflingen nur beauftragte Vertreter der Aufsichtsbehörden, Mitglieder anderer Prüfungsausschüsse, Vertreter der IHKs, Qualitätskontrolleure und künftige Ausschussmitglieder. Läuft es gut, stellt die IHK nach Abs. 7 eine Bescheinigung nach Anlage 3 aus.
Was der Rahmenplan wirklich hergibt – und was nicht
Der DIHK-Rahmenplan für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe (Stand September 2019, prüfungsrelevant ab 1. Juni 2019) ist die Richtschnur für die Entwicklung der bundeseinheitlichen Aufgabensätze im schriftlichen Teil. Er ist deshalb das nützlichste kostenlose Dokument, das du dir anschauen kannst.
Drei Dinge machen ihn wertvoll:
- Er weist zu jedem Sachgebiet Taxonomiestufen aus: WISSEN, VERSTEHEN, ANWENDEN. Das sagt dir, ob du einen Begriff nur benennen können sollst oder auf einen Fall anwenden.
- Er markiert die mündlichen Schwerpunkte gemäß § 11 Abs. 2 BewachV.
- Er kennzeichnet mit „S" jene kursiven Inhalte, die nur die Sachkundeprüfung und nicht die Unterrichtung betreffen – also genau den Stoff, den reine Unterrichtungsunterlagen typischerweise auslassen.
Was der Rahmenplan nicht enthält: eine prozentuale Punktegewichtung der sieben Sachgebiete. Wenn dir jemand eine Tabelle zeigt à la „Sachgebiet 3 macht 15 Prozent der Prüfung aus", ist das eine Herleitung, keine offizielle Angabe.
Häufig werden dafür die Zeitrichtwerte aus Anlage 2 BewachV herangezogen. Die Anlage ist aber überschrieben mit „Sachgebiete für das Unterrichtungsverfahren im Bewachungsgewerbe Bewachungspersonal (40 Unterrichtsstunden)" und verteilt: rund 6 Stunden auf die Sachgebiete 1 und 2 zusammen, 6 Stunden BGB, 6 Stunden Straf- und Verfahrensrecht/Waffen, 6 Stunden Unfallverhütung, 11 Stunden Umgang mit Menschen und 5 Stunden Sicherheitstechnik. Das sind Unterrichtungs-Zeitrichtwerte, keine Punktegewichtung der Prüfung. Als grobe Orientierung, wo der Stoff dicht ist, taugen sie trotzdem – „Umgang mit Menschen" ist mit 11 Stunden nicht ohne Grund der größte Block, und es ist zugleich ein mündlicher Schwerpunkt.
Richtig üben: vom Fragen-PDF zum Online-Test
Fragensammlungen sind nicht per se schlecht. Sie stoßen nur an Grenzen, die mit der Prüfungsmechanik zu tun haben.
Eine statische Sammlung kann nicht mit dir rechnen. Ein PDF weiß nicht, welche der sieben Sachgebiete du sicher beherrschst und wo du rätst. Es zeigt allen dasselbe. Du liest dann zum vierten Mal die Frage, die du längst kannst, und begegnest der, die du nicht kannst, genau einmal. Dazu kommt die Auswertung: Teilpunkte bilden statische Sammlungen in der Regel nicht ab – du siehst also nicht, wie nah du an den 60 Punkten wärst. Und schließlich übst du im falschen Medium: Deine Prüfung läuft elektronisch am Laptop, 120 Minuten, im Antwort-Wahl-Verfahren. Wer nur auf Papier lernt, macht am Prüfungstag zwei Dinge gleichzeitig zum ersten Mal – Fragen beantworten und eine Software bedienen.
Ein brauchbarer Online-Test macht deshalb ein paar Dinge anders. Er nennt seinen Stand und rechnet nach dem aktuellen Schema, also 82 Fragen, 120 Punkte, 60 zum Bestehen, und er wertet Teilantworten aus, statt eine Aufgabe pauschal auf null zu setzen. Er deckt alle sieben Sachgebiete ab, weil sich die Prüfung nach § 9 Abs. 2 BewachV auf jedes erstrecken soll, und er kann einen vollständigen Durchgang unter Zeit simulieren statt nur Häppchen-Quiz. Zu jeder Antwort gehört eine Begründung – ohne sie lernst du Antwortmuster statt Recht, und in der mündlichen Prüfung musst du begründen. Und er wiederholt gezielt, was du falsch beantwortet hast, statt stur in fester Reihenfolge durchzulaufen. Wie das bei Lexam konkret umgesetzt ist, zeigt die Prüfungsseite zur 34a-Sachkundeprüfung.
Ein Übungsrhythmus, der funktioniert
Ein Vorschlag, der sich an der Prüfungsmechanik orientiert – nicht an einer Wunschvorstellung von verfügbarer Zeit:
- Sachgebiet für Sachgebiet aufbauen. Erst lesen oder hören, dann sofort Fragen zu genau diesem Gebiet. Ohne Fragen bleibt nichts hängen.
- Täglich kurz statt wöchentlich lang. 15 bis 20 Minuten am Stück, dafür regelmäßig, schlagen den Vier-Stunden-Block am Sonntag.
- Fehler sammeln, nicht wegklicken. Führe eine Liste der Themen, bei denen du geraten hast. Geraten und richtig ist auch ein Fehler.
- Nach etwa zwei Dritteln des Stoffs den ersten Zeittest. Nicht am Ende – du willst früh wissen, wie sich 120 Minuten anfühlen.
- Die letzten zwei Wochen: Vollsimulationen plus Mündlich-Training. Mindestens zwei komplette Durchgänge unter Zeit, dazu laut gesprochene Fallbeispiele.
Für die Zielmarke: 60 von 120 Punkten reichen zum Bestehen des schriftlichen Teils. Peile in der Übung deutlich höher an – am Prüfungstag verlierst du Punkte an Nervosität, ungewohnte Formulierungen und Zeitdruck. Wer in der Übung konstant bei 60 landet, hat keine Reserve.
Das Stück, das kein Online-Test allein abdeckt
Der mündliche Teil verlangt etwas anderes als Klicken: Du sollst einen Fall rechtlich begründen, laut, vor einem Ausschuss, in etwa 15 Minuten, möglicherweise mit vier weiteren Prüflingen im Raum.
Das trainierst du am besten, indem du Antworten aussprichst. Nimm dir Fallbeispiele aus den Schwerpunktgebieten – Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, Abgrenzung Polizei/Bewachungsgewerbe, Gewerberecht, Datenschutz, Umgang mit Menschen – und beantworte sie in drei Schritten: Was ist passiert, welche Norm greift, was darf ich konkret tun. Wenn du das zehnmal laut gemacht hast, klingt die elfte Antwort in der Prüfung nicht mehr wie die erste.
Was du bei deiner eigenen IHK nachschauen musst
§ 11 Abs. 8 BewachV überlässt die Einzelheiten des Prüfungsverfahrens den Industrie- und Handelskammern, die diese nach Maßgabe des § 32 GewO durch Satzung regeln. Deshalb unterscheiden sich Fristen, Gebühren und Abläufe von IHK zu IHK – und deshalb sind pauschale Zahlen aus dem Netz mit Vorsicht zu genießen. Alles, was jetzt kommt, sind Beispiele einzelner Kammern, keine bundesweiten Regeln.
Gebühren, zwei Beispiele. Die IHK Berlin erhebt 200,00 EUR für die Gesamtprüfung sowie je 100,00 EUR für eine schriftliche bzw. mündliche Wiederholung. Die IHK Nord Westfalen verlangt seit dem 1. Januar 2025 184 Euro für die Prüfung, 97 Euro für die Wiederholung der schriftlichen und 119 Euro für die Wiederholung der mündlichen Prüfung, zuzüglich gestaffelter Stornogebühren von 40 bis 131 Euro. Zwei Kammern, zwei Preise – deine kann eine dritte Zahl aufrufen.
Fristen zwischen schriftlich und mündlich. Hier weichen die Kammern voneinander ab: Die IHK Düsseldorf verlangt, dass die schriftliche Prüfung nicht länger als zwei Jahre zurückliegt. Die Prüfungsordnung der IHK Nürnberg für Mittelfranken begrenzt die Zulassung zum mündlichen Teil dagegen auf ein Jahr ab Bestehen des schriftlichen Teils. Zieh die Satzung deiner eigenen IHK heran, bevor du den mündlichen Teil aufschiebst.
Anmeldeschluss. Auch der ist lokal geregelt: Bei der IHK Nord Westfalen liegt er jeweils vier Wochen vor dem schriftlichen Prüfungstermin.
Ergebnismitteilung. Bei der IHK Düsseldorf wird das Ergebnis des schriftlichen Teils direkt nach der Prüfung mitgeteilt, das des mündlichen Teils nach der Beratung des Prüfungsausschusses.
Ort, Zulassung und Formalien
Nach § 10 BewachV kannst du die Sachkundeprüfung bei jeder IHK ablegen, die sie anbietet; jede Kammer errichtet mindestens einen Prüfungsausschuss. Das ist Bundesrecht und gilt überall.
Bei den Formalien wird es wieder kammerspezifisch. Die IHK Region Stuttgart hält fest, dass es keine Eingangsvoraussetzungen für die Teilnahme gibt: Die IHK prüft weder, ob ein Vorbereitungslehrgang besucht wurde, noch sonstige persönliche Voraussetzungen – die Vorbereitung ist frei. Dieselbe Kammer weist darauf hin, dass die Prüfung als nicht bestanden gilt, wenn ein Prüfungsteilnehmer ohne wichtigen Grund nicht teilnimmt. Die IHK Berlin verlangt vor Beginn zur Identitätsfeststellung ein gültiges Lichtbild-Personaldokument und nennt Deutsch als Prüfungssprache; die Prüfungsordnung der IHK Nürnberg für Mittelfranken bestimmt in § 9 ebenfalls Deutsch als Prüfungssprache und hält den Prüfungsausschuss dazu an, die überregional erstellten Prüfungsaufgaben zu übernehmen. Was für deine Anmeldung, deine Ausweispflicht und dein Nichterscheinen gilt, steht in der Satzung deiner Kammer.
Wiederholung. § 11 Abs. 6 BewachV sagt schlicht: „Die Prüfung darf wiederholt werden." Eine zahlenmäßige Begrenzung der Versuche enthält die Verordnung nicht; entsprechend regeln es auch die Kammern – die Prüfungsordnung der IHK Nürnberg für Mittelfranken stellt in § 14 ausdrücklich fest, dass die Prüfung beliebig oft wiederholt werden kann. Ein Fehlversuch ist ärgerlich und kostet Gebühr, aber er ist kein Ausschluss.
Wer die Prüfung gar nicht braucht
Bevor du Wochen investierst: § 12 BewachV befreit Inhaber der in § 8 Nummer 1 bis 3 genannten Nachweise von der Prüfung nach § 9. Dazu zählen unter anderem die geprüfte Werkschutzfachkraft, die Fachkraft bzw. der Meister für Schutz und Sicherheit sowie eine Laufbahnprüfung mindestens für den mittleren Dienst bei Polizei, Justizvollzug, waffentragendem Zolldienst oder Feldjägerdienst. Wenn eines davon auf dich zutrifft, klär das mit deiner IHK, bevor du dich anmeldest.
Der nächste Schritt
Prüf bei jedem Übungsmaterial zuerst, nach welchem Schema es wertet: 82 Fragen, 120 Punkte, 60 zum Bestehen im schriftlichen Teil, dazu ein mündlicher Teil, dessen Punktzahl deine IHK festlegt – bestanden ab 50 Prozent. Alles, was noch von 72 Fragen spricht, rechnet dir eine Prüfung vor, die es so nicht mehr gibt.
Bei Lexam übst du die 34a-Sachkundeprüfung im aktuellen Schema: alle sieben Sachgebiete, eine Begründung zu jeder Antwort und eine Wiederholungslogik, die dir gezielt zurückbringt, was du falsch beantwortet hast. Schau dir an, wie der Kurs zur 34a-Sachkundeprüfung aufgebaut ist. Die passenden Preise findest du direkt daneben.
Quellen
- § 34a GewO – Bewachungsgewerbe. gesetze-im-internet.de (BMJ / juris)
- § 7 BewachV – Inhalt der Unterrichtung. gesetze-im-internet.de (BMJ / juris)
- § 9 BewachV – Zweck und Gegenstand der Sachkundeprüfung. gesetze-im-internet.de (BMJ / juris)
- Anlage 2 BewachV – Sachgebiete für das Unterrichtungsverfahren im Bewachungsgewerbe. gesetze-im-internet.de (BMJ / juris)
- § 11 BewachV – Prüfung, Verfahren. gesetze-im-internet.de (BMJ / juris)
- § 10 BewachV – Zuständige Stelle, Prüfungsausschuss. gesetze-im-internet.de (BMJ / juris)
- § 12 BewachV – Anerkennung anderer Nachweise. gesetze-im-internet.de (BMJ / juris)
- Verordnung über das Bewachungsgewerbe (Bewachungsverordnung – BewachV), Gesamtfassung mit Ausfertigungsdatum und Änderungsstand. gesetze-im-internet.de (BMJ / juris)
- Weiterentwicklung Bewertungsschema der Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe (Stand: 9. Mai 2025). IHK Ostthüringen zu Gera
- Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO). IHK Aachen
- IHK-Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe. IHK Nord Westfalen
- Bewachungsgewerbe – Rahmenplan für die Sachkundeprüfung, Stoffsammlung für die Unterrichtung (Stand September 2019). DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.
- Details zur Sachkundeprüfung und Unterrichtung im Bewachungsgewerbe. IHK Region Stuttgart
- Sachkundeprüfung Bewachungsgewerbe nach § 34a der Gewerbeordnung. IHK Berlin
- Prüfungsordnung für die Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe. IHK Nürnberg für Mittelfranken
- Bewachungsgewerbe – Sachkundeprüfung. IHK Düsseldorf
- Bewachungsgewerbe – Test- und Übungsfragen zur Sachkundeprüfung nach § 34a GewO. DIHK Bildungs-GmbH (dihk-bildung.shop)

