Bevor Du Dich für diesen Beruf entscheidest, willst Du eine belastbare Zahl sehen. Für einen Teil dieses Berufs gibt es sie sogar auf den Euro genau: Der Gehaltstarifvertrag der privaten Versicherungswirtschaft ist öffentlich einsehbar und schreibt jedes Monatsgehalt aus. Für den anderen Teil existiert keine einzige amtliche Provisions- oder Einkommenszahl. Wer Dir trotzdem eine nennt, hat sie geschätzt.
Dieser Artikel zeigt Dir beide Seiten: die belegten Tarifgehälter, die amtlichen Medianwerte der Bundesagentur für Arbeit und die Stellen, an denen die Statistik schweigt. Gerade die letzten sind interessant, weil sich dort keine Zahl einsetzen lässt, ohne sie zu erfinden. Datenstand aller Angaben: Abruf der Quellen am 26. August 2026.
Die Kurzfassung, alles brutto pro Monat:
- Angestellter Innendienst nach Tarif: 3.249 € bis 6.235 €, gestaffelt nach acht Gehaltsgruppen und Berufsjahren (ab 1.9.2026)
- Neueinstellungen nach § 1a GTV: ab 2.452 € (Gehaltsgruppe A, ab 1.9.2026)
- Angestellter Werbeaußendienst: tariflich abgesichert ist nur ein Mindesteinkommen von 2.508 € (ab 11/2026)
- Amtlicher Median Versicherungskaufleute, Fachkraftniveau: 5.534 € (nur sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte)
- Amtlicher Median Versicherungsmakler, Spezialistenniveau: 5.951 € (nur sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte)
- Selbstständige Vermittler: im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nicht enthalten
Der Beruf zerfällt in zwei Gehaltswelten
Wenn Du „Versicherungsfachmann Gehalt“ suchst, bekommst Du eine einzige Zahl präsentiert. Dahinter stecken zwei völlig verschiedene Einkommensmodelle.
Welt eins: angestellt. Du arbeitest im Innendienst oder im angestellten Außendienst eines Versicherungsunternehmens. Nach Angaben des Arbeitgeberverbands der Versicherungsunternehmen arbeiten rund 90 Prozent der Angestellten der Branche in tarifgebundenen Unternehmen, die über den AGV organisiert sind. Mit hoher Wahrscheinlichkeit steht Dein Gehalt damit in einem Dokument, das Du herunterladen und nachlesen kannst – nachsehen solltest Du es trotzdem, denn nicht jedes Haus ist tarifgebunden.
Welt zwei: selbstständig. Du bist Versicherungsvertreter oder Versicherungsmakler mit eigener Erlaubnis nach § 34d GewO. Dein Einkommen entsteht aus Provisionen, die zwischen Dir und den Versicherern verhandelt werden. Diese Sätze stehen in keiner öffentlichen Statistik.
Das Vermittlerregister der IHKs hilft bei der Zuordnung übrigens nicht weiter. Es sortiert nach Erlaubnisart, also danach, unter welchem Absatz des § 34d GewO jemand tätig wird; ob diese Person angestellt ist, geht daraus nicht hervor. Zum 1. Juli 2026 waren dort 178.810 Versicherungsvermittler eingetragen: 97.780 gebundene Versicherungsvertreter nach § 34d Abs. 7 GewO, 47.244 Versicherungsmakler, 27.272 Versicherungsvertreter mit eigener Erlaubnis, 5.581 produktakzessorische Vertreter, 595 produktakzessorische Makler und 338 Versicherungsberater.
Was Du als Angestellter verdienst
Hier wird es angenehm konkret. Der Gehaltstarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe wurde am 4. Juli 2025 zwischen dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen, ver.di und dem DBV abgeschlossen; die aktuell abrufbare Fassung gilt seit dem 1. Mai 2026. Er staffelt die Monatsbezüge des Innendienstes nach acht Gehaltsgruppen (I bis VIII) und nach Berufsjahren.
Die Tarifrunde brachte 5,0 Prozent mehr Gehalt ab dem 1. August 2025, mindestens jedoch 200 Euro, und weitere 3,3 Prozent ab dem 1. September 2026. Die Laufzeit beträgt 26 Monate bis zum 31. Mai 2027. Die Zahlen unten sind die Werte der zweiten Stufe und gelten bis zum Ende dieser Laufzeit.
| Position im privaten Versicherungsgewerbe | Monatsgehalt brutto | gültig ab |
|---|---|---|
| Ausbildung, 1. Jahr | 1.455 € | 1.9.2026 |
| Ausbildung, 2. Jahr | 1.532 € | 1.9.2026 |
| Ausbildung, 3. Jahr | 1.620 € | 1.9.2026 |
| Neueinstellung Gehaltsgruppe A (§ 1a GTV) | 2.452 € | 1.9.2026 |
| Neueinstellung Gehaltsgruppe B (§ 1a GTV) | 2.542 € bzw. 2.618 € | 1.9.2026 |
| Innendienst, Gehaltsgruppe I, 1. Berufsjahr | 3.249 € | 1.9.2026 |
| Innendienst, Gehaltsgruppe VIII, ab 14. Berufsjahr | 6.235 € | 1.9.2026 |
Die beiden Innendienst-Zeilen markieren die Eckpunkte der Tabelle: unten der Berufsanfang in der niedrigsten Gruppe, oben die erfahrene Fachkraft in der höchsten. Alles dazwischen ist im Tarifvertrag ausbuchstabiert, Gruppe für Gruppe, Berufsjahr für Berufsjahr.
Bemerkenswert ist die Zeile zu § 1a. Für Neueinstellungen in den Gehaltsgruppen A und B sieht der Tarifvertrag deutlich niedrigere Sätze vor als für den regulären Innendienst: 2.452 Euro in Gruppe A. Für Gruppe B nennt § 1a GTV zwei Sätze (2.542 Euro und 2.618 Euro); welcher davon greift, steht im Tarifvertrag selbst. Ein Einstiegsangebot in dieser Größenordnung kann also schlicht die Eingruppierung widerspiegeln. Frag im Bewerbungsgespräch nach Gehaltsgruppe und angerechneten Berufsjahren, bevor Du über die Summe sprichst.
Der Außendienst hat nur einen Boden
Für den angestellten Werbeaußendienst funktioniert der Tarifvertrag anders. § 3 GTV legt kein nach Gehaltsgruppen gestaffeltes Gehalt fest, sondern ausschließlich ein monatliches Mindesteinkommen.
| Angestellter Außendienst | Mindesteinkommen brutto/Monat |
|---|---|
| Werbeaußendienst, ab 1.11.2025 | 2.400 € |
| Werbeaußendienst, ab 1.11.2026 | 2.508 € |
| Werbeaußendienst, ab 1.11.2027 | 2.583 € |
| Organisierender Außendienst nach 2 Jahren, bis 31.10.2026 | 2.865 € |
| Organisierender Außendienst nach 2 Jahren, ab 1.11.2026 | 2.994 € |
| Organisierender Außendienst nach 2 Jahren, ab 1.11.2027 | 3.084 € |
Der organisierende Außendienst ist die Ebene darüber: Angestellte, die haupt- und nebenberufliche Mitarbeiter anwerben, einarbeiten und betreuen.
Lies die Zahlen richtig. Das tarifliche Mindesteinkommen des Werbeaußendienstes liegt mit 2.508 Euro ab November 2026 spürbar unter dem tariflichen Einstiegsgehalt des Innendienstes in Gehaltsgruppe I (3.249 Euro ab September 2026). Daraus folgt nicht, dass Außendienstler weniger verdienen. Der Tarifvertrag zieht für den Außendienst eine Untergrenze und lässt das Gesamteinkommen offen. Was oberhalb dieser Untergrenze passiert, steht in Deinem individuellen Vertrag und lässt sich in keiner öffentlichen Quelle nachschlagen.
Was Du als Selbstständiger verdienst – und warum Dir das niemand seriös sagen kann
Für diesen Abschnitt habe ich keine Zahl, und das ist die Aussage.
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit erfasst ausschließlich sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte. Auszubildende, Teilzeitkräfte und weitere Gruppen bleiben unberücksichtigt; selbstständige Versicherungsmakler und selbstständige Versicherungsvertreter tauchen in dieser Statistik überhaupt nicht auf. Wenn Du also irgendwo liest, ein selbstständiger Makler verdiene im Schnitt 5.951 Euro, dann verwechselt dort jemand zwei Statistiken. Dieser Wert stammt aus einer Erhebung, in der Selbstständige per Definition nicht vorkommen.
Auf der Provisionsseite ist die Lage ähnlich klar. Provisionssätze werden zwischen Vermittler und Versicherungsunternehmen vereinbart. Keine der amtlichen Quellen weist sie aus, weder der Entgeltatlas noch die Registerstatistik der DIHK. Jede Prozentzahl, die Du im Netz findest, stammt aus Branchengesprächen oder aus einer Schätzung.
Was es dagegen gibt, ist eine gesetzliche Regel, die regelmäßig falsch zitiert wird. § 48b VAG verbietet Versicherungsunternehmen und Vermittlern, Versicherungsnehmern Sondervergütungen zu gewähren oder zu versprechen; dazu zählt insbesondere die vollständige oder teilweise Weitergabe der Provision an den Kunden. Eine entgegenstehende Vereinbarung ist unwirksam. Ausgenommen sind geringwertige Geschenke und Werbegaben bis zu einem Gesamtwert von 15 Euro pro Versicherungsverhältnis und Kalenderjahr, außerdem Sondervergütungen, die zur dauerhaften Leistungserhöhung oder Prämienreduzierung des vermittelten Vertrags verwendet werden.
Das ist ein Provisionsabgabeverbot, kein Deckel auf Deine Vergütung. Die Norm sagt, dass Du Deine Provision nicht als Bargeldrabatt an den Kunden weiterreichen darfst. Über ihre Höhe sagt sie nichts. Diese beiden Aussagen werden im Netz permanent vermischt.
Die Kostenseite, die in keiner Gehaltsangabe steht
Bei Selbstständigen ist die Einnahmenseite ohnehin nur die eine Rechnung. § 34d Abs. 5 GewO verlangt für die Erlaubnis neben der Sachkunde auch Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse und den Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung oder einer gleichwertigen Garantie. Das ist eine laufende Ausgabe, jedes Jahr, unabhängig davon, wie Dein Jahr gelaufen ist. Dazu kommen die Weiterbildungspflicht und die IHK-Erlaubnis selbst.
Eine Randnotiz, die viel über den Markt sagt: Versicherungsberater nach § 34d Abs. 2 GewO, die sich vom Kunden per Honorar statt per Provision vergüten lassen, waren zum 1. Juli 2026 mit 338 Einträgen registriert. Das sind weniger als 0,2 Prozent aller Versicherungsvermittler. Das Honorarmodell ist in Deutschland eine ausgesprochene Nische.
Die amtlichen Medianwerte – und was sie tatsächlich messen
Kommen wir zu den Zahlen, die es gibt. Der Entgeltatlas (Datenstand: Entgeltatlas 2025, Quelle ist die Statistik der Bundesagentur für Arbeit) führt den Beruf Versicherungskaufmann/-frau in der Berufsgattung „Versicherungskaufleute – fachlich ausgerichtete Tätigkeiten“ auf Anforderungsniveau Fachkraft.
- Median: 5.534 Euro brutto im Monat
- Unteres Quartil: 4.376 Euro, 25 Prozent verdienen weniger
- Oberes Quartil: 6.730 Euro, 25 Prozent verdienen mehr
Für Versicherungsmakler, die in der Gattung „Versicherungskaufleute – komplexe Spezialistentätigkeiten“ auf Anforderungsniveau Spezialist geführt werden, liegt der Median bei 5.951 Euro, das untere Quartil bei 4.305 und das obere bei 7.514 Euro. Auffällig ist weniger der höhere Median als die Streuung: 3.209 Euro zwischen den Quartilen gegenüber 2.354 Euro auf Fachkraftniveau. Je spezialisierter die Tätigkeit, desto weniger sagt der Median über Deinen Fall aus.
Drei Dinge, bevor Du diese Zahlen weiterträgst.
Der Median ist kein Einstiegsgehalt. Nach Altersgruppen liegt er bei Versicherungskaufleuten für unter 25-Jährige bei 3.944 Euro, für 25- bis 54-Jährige bei 5.511 Euro und für 55-Jährige und älter bei 6.050 Euro. Bei Maklern ist der Sprung noch härter: 3.575 Euro unter 25, 5.807 Euro in der mittleren Gruppe, 6.507 Euro ab 55.
Die Werte enthalten Sonderzahlungen. Es handelt sich um Bruttomonatsentgelte inklusive aller laufenden und einmaligen Einnahmen aus dem Hauptbeschäftigungsverhältnis, also auch erfolgsabhängiger Bestandteile, allerdings nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2025: 8.050 Euro monatlich). Ein Vertriebsjahr mit hoher Zielerreichung schlägt hier durch. Als monatlicher Kontoeingang lässt sich der Wert deshalb nicht lesen.
Die Lücke zwischen Frauen und Männern ist groß. Bei Versicherungskaufleuten liegt der Median für Frauen bei 5.167 Euro, für Männer bei 5.947 Euro, also 780 Euro Unterschied im Monat. Bei Maklern: 5.474 gegenüber 6.333 Euro.
Die Regionalkarte – und die vier Länder, die fehlen
| Bundesland | Median Versicherungskaufleute (Fachkraft) |
|---|---|
| Hessen | 5.776 € |
| Bayern | 5.757 € |
| Hamburg | 5.637 € |
| Nordrhein-Westfalen | 5.579 € |
| Niedersachsen | 5.517 € |
| Baden-Württemberg | 5.501 € |
| Berlin | 5.320 € |
| Saarland | 5.287 € |
| Bremen | 5.185 € |
| Rheinland-Pfalz | 5.033 € |
| Sachsen | 4.761 € |
| Schleswig-Holstein | 4.504 € |
| Brandenburg | keine Daten |
| Mecklenburg-Vorpommern | keine Daten |
| Sachsen-Anhalt | keine Daten |
| Thüringen | keine Daten |
Die vier unteren Zeilen sind die eigentliche Nachricht. Für Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen weist der Entgeltatlas gar keinen Wert aus. Sachsen ist das einzige ostdeutsche Flächenland mit einer Zahl.
Der Grund ist methodisch: Für Berufsgattungen oder Regionen mit weniger als 500 Beschäftigten veröffentlicht die Statistik der Bundesagentur keine Werte. Die Geschichte lautet also nicht „im Osten verdient man weniger“. Die Geschichte lautet: Diesen Beruf gibt es dort kaum als sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle. Wenn Du in Erfurt, Schwerin, Magdeburg oder Potsdam wohnst und angestellt in die Branche willst, ist das die relevantere Information als jeder Gehaltsvergleich. Bei den Maklern ist die Lücke noch größer; dort fehlen zusätzlich Bremen und das Saarland.
In den Großstädten dreht sich das Bild. Unter den Städten ab 500.000 Einwohnern führt München mit 6.337 Euro, vor Hannover (6.064), Köln (6.014), Frankfurt am Main (5.968), Stuttgart (5.754), Düsseldorf (5.648), Essen (5.569) und Nürnberg (5.259). Bei den Maklern liegen die Werte noch höher: Düsseldorf 7.322 Euro, Frankfurt am Main 7.065, München 6.897, Köln 6.584, Stuttgart 6.459.
Wie weit das auseinandergeht, zeigt ein direkter Vergleich: Schleswig-Holstein liegt bei den Maklern bei 4.656 Euro, die Stadt Düsseldorf bei 7.322 Euro. Das sind rund 2.700 Euro Unterschied, Bundesland gegen Großstadt, innerhalb derselben Berufsgattung.
Was der IHK-Abschluss damit zu tun hat
Hier steckt ein Missverständnis, das sich hartnäckig hält: dass „Geprüfter Versicherungsfachmann (IHK)“ und „Kaufmann für Versicherungen und Finanzen“ zwei getrennte Gehaltsgattungen wären, eine schlechtere und eine bessere.
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 VersVermV stellt eine Reihe von Berufsabschlüssen der IHK-Sachkundeprüfung ausdrücklich gleich – darunter die Abschlussprüfung als Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Versicherungen und Finanzen, als Versicherungskaufmann/-kauffrau, als Geprüfter Fachwirt für Versicherungen und Finanzen und als Geprüfter Fachwirt für Finanzberatung. Wer die dreijährige duale Ausbildung abgeschlossen hat, gilt als sachkundig und muss die Sachkundeprüfung nicht zusätzlich ablegen. Es sind zwei Wege zum selben Nachweis, keine zwei Ligen.
Auch der Entgeltatlas sieht das so. Er führt die Tätigkeit „Fachmann/-frau – Versicherungsvermittlung“, also die über die IHK-Sachkundeprüfung nach § 34d GewO erworbene Qualifikation, in derselben Berufsgattung wie Versicherungskaufmann/-frau und Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen.
Daraus folgt die ehrliche Lücke, die sich nicht mit einer Zahl schließen lässt: Einen eigenen, davon getrennten amtlichen Entgeltwert allein für den IHK-Sachkundeweg weist die Statistik nicht aus. Wenn Du „versicherungsfachmann ihk gehalt“ suchst und irgendwo eine exakte Zahl bekommst, die sich ausschließlich auf diesen Weg bezieht, dann ist sie nicht amtlich. Sie kann es gar nicht sein.
Was Du stattdessen mitnehmen solltest: Der Sachkundenachweis ist die Eintrittskarte in den Beruf. Ohne ihn ist die Erlaubnis nach § 34d Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 GewO zu versagen. Mit ihm stehst Du in derselben Berufsgattung wie jemand mit drei Jahren dualer Ausbildung. Was Du danach verdienst, entscheidet sich über Eingruppierung, Region und Vertriebsleistung.
Zwei Details, die den Weg dorthin verkürzen können:
- Das Studium ist keine Abkürzung. Ein wirtschaftswissenschaftliches, mathematisches oder rechtswissenschaftliches Studium wird nach § 5 Abs. 2 VersVermV nur anerkannt, wenn in der Regel zusätzlich mindestens drei Jahre Berufserfahrung in der Versicherungsvermittlung oder -beratung nachgewiesen werden.
- Wer schon eine Erlaubnis hat, spart den Praxisteil. Nach § 4 Abs. 5 VersVermV kann vom praktischen Prüfungsteil befreit werden, wer eine Erlaubnis oder einen Sachkundenachweis nach § 34f, § 34h oder § 34i GewO vorlegt.
Wie die Prüfung im Detail abläuft, was sie kostet und wie die IHKs sie ansetzen, findest Du hier: Ablauf, Kosten und Bestehen der § 34d-Prüfung.
15 Stunden im Jahr, ein Berufsleben lang
Ein Kostenpunkt, der in keiner Gehaltsangabe auftaucht, aber jedes Jahr wiederkommt: § 34d Abs. 9 Satz 2 GewO verpflichtet Versicherungsvermittler und die unmittelbar bei Vermittlung oder Beratung mitwirkenden Beschäftigten zu einer Weiterbildung im Umfang von 15 Stunden je Kalenderjahr. Die Pflicht gilt ausdrücklich auch für gebundene Versicherungsvertreter nach § 34d Abs. 7 Satz 1 Nr. 1, also für die größte Gruppe im Register. Ausgenommen sind nach Satz 3 lediglich gebundene Vertreter, die Versicherungen als Zusatzleistung zu einer Ware oder Dienstleistung vermitteln.
Die gute Nachricht: Die Form ist flexibel. Nach § 7 Abs. 1 VersVermV kann die Weiterbildung in Präsenzform, im Selbststudium, durch betriebsinterne Maßnahmen oder in anderer geeigneter Form erfolgen. Beim Selbststudium ist allerdings eine nachweisbare Lernerfolgskontrolle durch den Anbieter erforderlich. Ein PDF durchblättern reicht also nicht.
Rechne die 15 Stunden als feste Position in Deine Kalkulation ein, egal ob als Angestellter über den Arbeitgeber oder als Selbstständiger über die eigene Kasse und die eigene Zeit.
Der Markt: weniger Vermittler, aber mehr Makler
Die Registerstatistik der DIHK erlaubt einen Blick auf die Richtung, in die sich der Beruf bewegt. Die Eintragungspflicht besteht seit dem 22. Mai 2007, die Zahlen werden quartalsweise veröffentlicht.
| Kategorie | 1.10.2025 | 1.7.2026 |
|---|---|---|
| Versicherungsvermittler gesamt | 179.426 | 178.810 |
| Gebundene Vertreter (§ 34d Abs. 7) | 99.173 | 97.780 |
| Versicherungsmakler (§ 34d Abs. 1) | 46.885 | 47.244 |
| Vertreter mit eigener Erlaubnis (§ 34d Abs. 1) | 27.072 | 27.272 |
Zwei gegenläufige Bewegungen. Die Gesamtzahl sinkt, getrieben fast ausschließlich vom Rückgang der gebundenen Vertreter. Diese Gruppe benötigt keine eigene IHK-Erlaubnis, weil das Versicherungsunternehmen die uneingeschränkte Haftung übernimmt, und stellt mit 97.780 von 178.810 Einträgen immer noch rund 55 Prozent aller registrierten Vermittler. Gleichzeitig wachsen die Makler gegen den Trend, und auch die Vertreter mit eigener Erlaubnis legen leicht zu.
Übersetzt: Die Ausschließlichkeitsorganisationen der Versicherer werden kleiner, der unabhängige Teil des Marktes hält sich oder wächst. Wenn Du heute in den Beruf einsteigst und langfristig planst, spricht das dafür, die eigene Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO als realistisches Ziel zu behandeln.
Dazu passt eine zweite Zahl. Zum 1. Juli 2026 waren neben den Versicherungsvermittlern 41.388 Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO und 58.014 Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i GewO registriert. Viele kombinieren mehrere Erlaubnisse, um ihr Einkommen zu verbreitern, und wer eine davon schon hat, spart bei der § 34d-Sachkundeprüfung den praktischen Teil. Mehr dazu: Sachkundeprüfung Finanzanlagenvermittler (§ 34f GewO) und Sachkundeprüfung Immobiliardarlehensvermittlung IHK (§ 34i GewO).
Und jetzt?
Die Gehaltsfrage hat, ehrlich beantwortet, zwei Antworten. Der angestellte Teil ist gut bezahlt und transparent geregelt; mit 5.534 Euro Median auf Fachkraftniveau steht man damit nicht schlecht da. Der selbstständige Teil ist offen nach oben und offen nach unten, und niemand kann Dir vorher sagen, wo Du landest.
Beide Wege beginnen mit derselben Prüfung. Ohne den Sachkundenachweis nach § 34d GewO gibt es weder die Erlaubnis noch die Eingruppierung, über die anschließend alles andere entschieden wird.
Genau dafür ist Lexam gebaut. Der Kurs zur Sachkundeprüfung Versicherungsvermittler ist an den Prüfungsgegenständen des § 2 VersVermV entlang aufgebaut, von den sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen über die Sachsparten bis zur Kundenberatung. Du lernst mit einem Lernplan, der sich an Deinem Prüfungstermin ausrichtet, und mit einem Wiederholungssystem, das Dir die Inhalte wieder vorlegt, bevor Du sie vergisst.
Sachkundeprüfung Versicherungsvermittler (§ 34d GewO) · Preise

