Glossar · § 34a GewO
Eigensicherung
Gesamtheit der Maßnahmen zum Schutz der eigenen körperlichen Unversehrtheit im Einsatz: sichere Positionierung, Distanzwahrung, frühzeitiges Erkennen von Gefahren, angemessene Schutzausrüstung. Eigensicherung hat Vorrang vor Interventionsmaßnahmen.
Was die Prüfung erwartet
Sachgebiet 6 des Rahmenplans behandelt die Eigensicherung als eigene Situation beim Einschreiten: Die IHK will sehen, dass du den Vorrang der eigenen Sicherheit vor jedem Eingreifen sicher beherrschst. Geprüft wird typischerweise, wie du dich in einer Gefahrenlage verhältst, bevor du überhaupt handelst. Typische Prüfungsszenarien:
- Was bedeutet der Grundsatz „Eigensicherung geht vor"?
- Wie reagierst du allein im Dienst auf eine beobachtete Auseinandersetzung?
- Welche Ausrüstung und welches Zusammenwirken im Team gehören zur Eigensicherung?
So funktioniert es
Eigensicherung ist laut der Durchführungsanweisung zur DGUV Vorschrift 23 ein eigener Ausbildungsinhalt für Tätigkeiten mit hohem Konfrontationspotenzial: Er umfasst persönliche Schutzausrüstung, Hilfsmittel der körperlichen Gewalt, das Zusammenwirken im Team und Kommunikation. Dazu zählt laut Unfallverhütungsvorschrift auch eine zielorientierte deeskalierende Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit als Eignungskriterium.
Für Situationen mit hohem Konfrontationspotenzial schreibt § 7 DGUV Vorschrift 23 deshalb grundsätzlich den Einsatz von zwei oder mehr Versicherten vor. Das ist die Grundlage dafür, dass du bei Gefahr nicht allein einschreitest, sondern zuerst Verstärkung alarmierst und Abstand hältst, bis sie eintrifft. Eigensicherung geht damit jedem Eingreifen zugunsten von Personen oder Sachwerten vor.
Beispiel aus dem Dienst
Bei der Streife beobachtest du aus der Ferne eine Auseinandersetzung zwischen zwei Personen vor dem Eingang. Du bist allein im Dienst, eine Kollegin patrouilliert am anderen Ende des Geländes. Statt sofort einzugreifen, alarmierst du die Einsatzleitung, rufst deine Kollegin über Funk zur Unterstützung und hältst selbst Abstand, bis sie eintrifft. Erst zu zweit nähert ihr euch der Situation und sprecht die Beteiligten an.
Nicht zu verwechseln mit …
Debriefing setzt zeitlich nach dem Einsatz an: Es ist die Nachbesprechung eines belastenden Ereignisses, die Stress verarbeitet und aus Erfahrungen lernen lässt. Eigensicherung wirkt dagegen vor und während der Konfrontation — sie soll verhindern, dass es überhaupt zu einer Verletzung kommt, die hinterher aufgearbeitet werden muss.
Typischer Fehler in der Prüfung
Eigensicherung wird oft mit vollständiger Risikovermeidung verwechselt — tatsächlich geht es darum, Risiken kontrolliert zu managen, nicht jedes Risiko zu meiden. Ebenso riskant ist die Annahme, allein sofort einschreiten zu müssen: Das erhöht nur die Gefahr, selbst verletzt zu werden, statt die Lage zu entschärfen.
Quellen
- Durchführungsanweisung zur DGUV Vorschrift 23 (Wach- und Sicherungsdienste) · abgerufen 2026-09-04
- DIHK-Rahmenplan für Sachkundeprüfung und Unterrichtung im Bewachungsgewerbe · abgerufen 2026-09-04
Rechtsstand: September 2026
Weiterlesen auf der Prüfungsseite Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO).
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