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Glossar · § 34a GewO

Biometrische Daten

Besondere Kategorie personenbezogener Daten (Art. 9 DS-GVO): spezifische technische Verarbeitung physischer, physiologischer oder verhaltenstypischer Merkmale zur eindeutigen Identifizierung (z. B. Fingerabdrücke, Gesichtserkennung, Iris-Scan). Verarbeitung grundsätzlich verboten, Ausnahmen eng.

Was die Prüfung erwartet

Die IHK prüft im Sachgebiet Datenschutzrecht, ob du biometrische Daten korrekt als besondere Kategorie personenbezogener Daten einordnest und die daraus folgenden Pflichten kennst. Typische Aufgaben verlangen, welche Datenarten überhaupt zu den besonderen Kategorien zählen, und bewerten ein Szenario mit Videoüberwachung ohne Hinweisschild als Verstoß gegen die Informationspflicht gegenüber der betroffenen Person.

So funktioniert es

Art. 4 Nr. 14 DS-GVO definiert biometrische Daten als personenbezogene Daten, die ein spezielles technisches Verfahren zu den physischen, physiologischen oder verhaltenstypischen Merkmalen einer Person gewinnt und die eine eindeutige Identifizierung ermöglichen oder bestätigen — etwa ein Gesichtsbild oder ein Fingerabdruck. Als besondere Kategorie personenbezogener Daten ist ihre Verarbeitung zur eindeutigen Identifizierung grundsätzlich untersagt.

Erhebst du solche Daten als Verantwortlicher dennoch, etwa über eine biometrische Zutrittskontrolle, musst du die betroffene Person bereits im Moment der Erhebung darüber informieren. Diese Informationspflicht trifft dich unabhängig davon, ob die Erfassung beiläufig wirkt: Fehlt die Information, ist das ein eigener Verstoß.

Beispiel aus dem Dienst

Ein Sicherheitsunternehmen erwägt, den Zutritt zum Serverraum künftig über einen Fingerabdruckscanner statt einer Chipkarte zu sichern. Wertet das System die Fingerabdruckmuster technisch aus, um jede Person eindeutig zu identifizieren, entstehen dabei biometrische Daten. Ihre Verarbeitung ist damit grundsätzlich untersagt — die reine betriebliche Zweckmäßigkeit, Chipkarten zu ersetzen, reicht als Begründung nicht aus.

Nicht zu verwechseln mit …

Besondere Kategorien personenbezogener Daten bilden den Oberbegriff für alle besonders schützenswerten Datenarten wie Gesundheits-, Herkunfts- oder Gewerkschaftsdaten; biometrische Daten sind nur eine dieser Untergruppen, nämlich jene, die eine Person eindeutig identifizieren.

Typischer Fehler in der Prüfung

Nicht jede Kamera, die Gesichter aufnimmt, verarbeitet automatisch biometrische Daten: Erst eine gezielte technische Auswertung zur eindeutigen Identifizierung macht ein Bild zu einem biometrischen Datum.

Quellen

Rechtsstand: September 2026

Weiterlesen auf der Prüfungsseite Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO).

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