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Glossar · § 34a GewO

Interkulturelle Kompetenz

Fähigkeit, in Situationen mit Angehörigen anderer Kulturen angemessen, sensibel und effektiv zu handeln. Im Sicherheitsdienst wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden, unterschiedliche Verhaltensweisen korrekt zu interpretieren und Diskriminierung zu verhindern. — z. B. wenn ein Wachmann am Einlass unterschiedliche Begrüßungsgesten oder Blickkontaktgewohnheiten von Gästen richtig einordnet, statt sie als Respektlosigkeit misszuverstehen.

Was die Prüfung erwartet

Interkulturelle Kompetenz ist im Bewachungsgewerbe kein bloßer Soft-Skill: Sie steht namentlich im gesetzlichen Sachgebiet „Umgang mit Menschen", und auf dieses Gebiet legt die IHK im mündlichen Prüfungsteil einen Schwerpunkt. Geprüft wird, ob du kulturelle Unterschiede im Umgang mit Menschen richtig einordnest und Vorurteile oder Diskriminierung vermeidest — nicht nur, ob du das Sachgebiet dem Namen nach kennst.

So funktioniert es

§ 7 Nr. 6 BewachV fasst das Verhalten in Gefahrensituationen, Deeskalationstechniken in Konfliktsituationen und interkulturelle Kompetenz unter besonderer Beachtung von Diversität und gesellschaftlicher Vielfalt in einem einzigen Sachgebiet zusammen: dem Umgang mit Menschen, in dem Wachpersonal unterrichtet werden muss. Der DIHK-Rahmenplan konkretisiert das Lernziel: Du sollst interkulturelle Unterschiede, Diversität und gesellschaftliche Vielfalt erkennen und im Umgang mit Menschen berücksichtigen können.

Besonders hervorgehoben wird dabei der Schutz besonders schutzbedürftiger Personengruppen, etwa alleinreisender Frauen, homosexueller oder transgeschlechtlicher Personen, Menschen mit Behinderung und Opfer schwerer Gewalt unter Geflüchteten. Fehlendes interkulturelles Bewusstsein zählt der Rahmenplan ausdrücklich zu den grundsätzlichen Fehlern im Umgang mit Menschen.

Beispiel aus dem Dienst

In einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete bittet dich eine allein reisende Frau, nicht von einem männlichen Kollegen kontrolliert zu werden. Statt das als Misstrauen gegen den Wachdienst zu werten, respektierst du die Bitte und lässt eine Kollegin die Kontrolle übernehmen. Damit wirst du der besonderen Schutzbedürftigkeit gerecht, die der Rahmenplan gerade für alleinreisende Frauen unter den Geflüchteten hervorhebt, und vermeidest, dass sich die Frau bloßgestellt oder unsicher fühlt.

Nicht zu verwechseln mit …

AGG-Merkmale sind die im Gesetz konkret benannten Kategorien, wegen derer niemand benachteiligt werden darf — Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter, sexuelle Identität. Interkulturelle Kompetenz ist breiter: Sie betrifft die Fähigkeit, im Alltag mit kulturell unterschiedlichem Verhalten angemessen umzugehen, nicht nur das Verbot, wegen bestimmter Merkmale zu benachteiligen.

Typischer Fehler in der Prüfung

Manche verwechseln interkulturelle Kompetenz mit allgemeinem Sozialverhalten, etwa dem Umgang mit Kritik oder mit schwierigen Kollegen. Sie betrifft aber gezielt den Umgang mit kultureller Vielfalt und Diversität — persönliche Verhaltensmuster wie ein übersteigertes Selbstwertgefühl haben damit nichts zu tun.

Quellen

Rechtsstand: September 2026

Weiterlesen auf der Prüfungsseite Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO).

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