Glossar · § 34a GewO
Schusswaffen
Gegenstände, bei denen Geschosse durch einen Lauf getrieben werden und die zu Angriff, Verteidigung, Signalgebung, Jagd, Sport oder Spiel bestimmt sind (WaffG Anlage 1 zu § 1 Abs. 4 WaffG). — z. B. Pistolen und Revolver; ihr Führen setzt in der Regel einen Waffenschein voraus.
Rechtsgrundlage § 1 WaffG
Was die Prüfung erwartet
Die IHK prüft, ob du Schusswaffen sauber definierst und weißt, unter welchen engen Voraussetzungen Bewachungspersonal sie überhaupt führen darf. Der DIHK-Rahmenplan verlangt Kenntnisse zur waffenrechtlichen Erlaubnis für Gewerbetreibende und Bewachungspersonal nach § 28 WaffG. Typische Prüfungsszenarien:
- Was macht einen Gegenstand rechtlich zur Schusswaffe?
- Wann darf eine Wachperson eine Schusswaffe führen?
- Wie weit reicht die Erlaubnis nach § 28 WaffG?
So funktioniert es
§ 1 WaffG erfasst Schusswaffen als Teil des waffenrechtlichen Oberbegriffs Waffen, verweist für die genaue Bestimmung aber auf die Begriffsbestimmungen des Gesetzes: Schusswaffen sind Gegenstände, bei denen Geschosse durch einen Lauf getrieben werden und die zu Angriff, Verteidigung, Signalgebung, Jagd, Sport oder Spiel bestimmt sind. Pistolen und Revolver fallen darunter, ihr Führen in der Öffentlichkeit ist erlaubnispflichtig.
Für das Bewachungsgewerbe öffnet § 28 WaffG einen eigenen Zugang: Ein Bewachungsunternehmer erhält ein Bedürfnis anerkannt, wenn er glaubhaft macht, dass seine Aufträge aus Sicherungsgründen Schusswaffen erfordern. Diese Erlaubnis gilt aber nicht pauschal — die Schusswaffe darf nur während der tatsächlichen Durchführung des konkreten Auftrags geführt werden, nicht privat oder bei anderer Gelegenheit.
Beispiel aus dem Dienst
Ein Wachmann bei einem Geldtransportunternehmen führt während seiner Schicht eine Dienstpistole, weil sein Auftraggeber die Erlaubnis nach § 28 WaffG für genau diese Transporte besitzt. Nach Schichtende steckt er die Waffe trotzdem ein, um abends privat noch einkaufen zu gehen. Damit überschreitet er die Erlaubnis: Sie deckt nur den tatsächlichen Geldtransport, nicht das private Tragen danach — sobald der Auftrag endet, endet auch die Berechtigung zum Führen.
Nicht zu verwechseln mit …
Anscheinswaffen sehen einer echten Schusswaffe täuschend ähnlich, treiben aber keine Geschosse durch heiße Gase an — Nachbildungen oder unbrauchbar gemachte Feuerwaffen. Entscheidend ist, ob Geschosse durch einen Lauf getrieben werden — nicht das äußere Erscheinungsbild.
Typischer Fehler in der Prüfung
Viele halten die Sachkundeprüfung allein für ausreichend, um im Auftrag eine Schusswaffe zu führen — tatsächlich braucht es zusätzlich das anerkannte Bedürfnis nach § 28 WaffG und die Beschränkung auf den konkreten Auftrag. Ohne aktiven Bewachungsauftrag entfällt die Deckung, egal wie zuverlässig du sonst bist.
Quellen
- § 1 WaffG – Begriffsbestimmungen · abgerufen 2026-09-04
- Anlage 1 WaffG – Schusswaffen (Nr. 1.1) · abgerufen 2026-09-04
- § 28 WaffG – Bewachungsunternehmer · abgerufen 2026-09-04
- DIHK-Rahmenplan Bewachungsgewerbe · abgerufen 2026-09-04
Rechtsstand: September 2026
Weiterlesen auf der Prüfungsseite Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO).
Verwandte Begriffe
Begriffe sitzen? Dann prüf sie ab.
Im Vokabeltrainer von Lexam übst du die Fachbegriffe deiner Prüfung, bis sie bleiben — kostenlos starten.