Glossar · § 34a GewO
ÜMA (Überfall-/Einbruchmeldeanlage)
Kombiniertes System aus Überfall- und Einbruchmeldeanlage. Überfallteil (stiller Alarm): wird durch Mitarbeiter ausgelöst (z. B. Fußtaster in Bankschalter), übermittelt Alarm lautlos an NSL. Wichtig bei Geldtransporten und Bankfilialen.
Was die Prüfung erwartet
Die IHK prüft, ob du die Gefahrenmeldeanlagen-Typen des Rahmenplans auseinanderhältst: Einbruch-, Überfall- und Brandmeldeanlage sowie die Störmeldeanlage für technische Defekte. Bei der ÜMA geht es zusätzlich um die Empfangsseite: Wer nimmt den stillen Alarm entgegen, und was passiert danach damit? Typische Prüfungsszenarien:
- Welche Anlage meldet was — Einbruch, Überfall, Brand oder Technikstörung?
- Wer empfängt den stillen Alarm einer ÜMA?
- Geht der Alarm direkt an die Polizei oder an eine andere Stelle?
So funktioniert es
Den Überfallteil löst du als Wachperson selbst aus, etwa über einen Fußtaster am Arbeitsplatz. Er meldet lautlos, damit der Täter von der Meldung nichts bemerkt. Empfänger ist im Regelfall die NSL — sie nimmt die Meldung entgegen, verifiziert sie und leitet an Polizei, Feuerwehr oder Interventionskräfte weiter.
Für diese Empfangsseite zieht die Unfallverhütungsvorschrift für Wach- und Sicherungsdienste eine eigene Konsequenz: Eine mit Personal besetzte Leitstelle, die auf Überfall- und Einbruchmeldeanlagen aufgeschaltet ist, gilt ihrerseits als überfallgefährdete Alarmempfangszentrale. Für sie verlangt die Vorschrift eine den Regeln der Technik entsprechende, gewartete Überfallmeldeanlage, deren Alarm eine Stelle erreicht, die ihn unabhängig vom Überfallgeschehen weiterleiten und die erforderlichen Maßnahmen einleiten kann.
Beispiel aus dem Dienst
Während deiner Schicht am Kassenschalter einer Bankfiliale betritt eine bewaffnete Person den Raum und fordert Bargeld. Unauffällig drückst du den Fußtaster der ÜMA unter dem Tresen. Der Alarm läuft lautlos an die Notruf- und Serviceleitstelle, ohne dass der Täter etwas bemerkt oder sich dein Verhalten sichtbar ändert. Die Leitstelle nimmt die Meldung entgegen und leitet die weiteren Schritte ein — deine Aufgabe endet mit dem stillen Auslösen, die eigentliche Alarmverfolgung übernimmt die dafür zuständige Stelle.
Nicht zu verwechseln mit …
Die Störmeldeanlage deckt einen anderen Fall ab: Sie meldet keinen Gefahrenfall, sondern eine Betriebsstörung der Anlagentechnik selbst — etwa an Kälte-, Lüftungs- oder Pumpenanlagen —, damit rechtzeitig technisch eingegriffen werden kann, nicht weil ein Überfall oder Einbruch vorliegt.
Typischer Fehler in der Prüfung
Viele nehmen an, der stille Alarm gehe automatisch direkt zur Polizei. Ein Polizeianschluss ist eine eigene Bauform: Die Vorschrift führt dafür Richtlinien für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen mit Anschluss an die Polizei, Kürzel ÜEA. Ohne ihn endet der Weg zunächst bei der Leitstelle.
Quellen
- DGUV Vorschrift 23 – Durchführungsanweisung (Wach- und Sicherungsdienste) · abgerufen 2026-09-04
- DIHK-Rahmenplan Bewachungsgewerbe · abgerufen 2026-09-04
Rechtsstand: September 2026
Weiterlesen auf der Prüfungsseite Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO).
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