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Glossar · § 26a WEG

Gewährleistungsbürgschaft

Bürgschaft eines Kreditinstituts oder Versicherers zur Absicherung der Mängelansprüche des Auftraggebers nach der Abnahme, üblicherweise in Höhe von ca. 5 % der Abrechnungssumme; sie ermöglicht dem Unternehmer die Ablösung eines vereinbarten Sicherheitseinbehalts.

Rechtsgrundlage § 765 BGB · § 773 BGB

Was die Prüfung erwartet

Für dich als Verwalter zählt die Gewährleistungsbürgschaft bei der Vergabe größerer Handwerkerleistungen: Sie sichert Mängelansprüche ab, die erst nach der Abnahme sichtbar werden. Die Anlage 1 zur ZertVerwV führt das zugehörige Werkvertragsrecht unter 2.2.3 als Prüfungsgegenstand; die IHK prüft, wie eine Bürgschaft rechtlich wirkt und ob sich der Bürge sofort oder erst nach erfolgloser Vollstreckung gegen den Unternehmer in Anspruch nehmen lässt.

So funktioniert es

§ 765 BGB begründet die Bürgschaft: Der Bürge verpflichtet sich gegenüber dem Gläubiger, für die Verbindlichkeit eines Dritten einzustehen. Das Gesetz lässt eine Bürgschaft ausdrücklich auch für eine künftige oder bedingte Verbindlichkeit zu — deshalb kann ein Kreditinstitut oder Versicherer bei der Gewährleistungsbürgschaft schon zum Zeitpunkt der Abnahme für Mängelansprüche einstehen, die erst später entstehen.

Ein Bürge kann sich grundsätzlich auf die Einrede der Vorausklage berufen und die Zahlung verweigern, bis der Gläubiger erfolglos gegen den Hauptschuldner vollstreckt hat. Verzichtet er darauf und verbürgt sich als Selbstschuldner, entfällt diese Einrede nach § 773 BGB — dann musst du nicht erst erfolglos gegen den Unternehmer vollstrecken, bevor du den Bürgen in Anspruch nimmst. Weil die Bürgschaft akzessorisch ist, haftet der Bürge aber nur, soweit der Mängelanspruch gegen den Unternehmer tatsächlich besteht — ein bloßer Mangel allein verpflichtet ihn noch nicht zur Zahlung.

Beispiel aus der Verwaltung

Bei der Vergabe der Dachsanierung lässt du dir vom Bauunternehmer eine Gewährleistungsbürgschaft eines Kreditinstituts vorlegen. Zeigt sich zwei Jahre nach der Abnahme ein Wassereintritt, den der Unternehmer nicht behebt, nimmst du die Bank aus der Bürgschaft in Anspruch, statt selbst gegen den mittlerweile insolventen Betrieb vollstrecken zu müssen.

Nicht zu verwechseln mit …

Die Abnahme löst den Beginn der Verjährungsfrist für Mängelansprüche und den Übergang der Beweislast auf den Besteller aus. Die Gewährleistungsbürgschaft setzt daran an: Sie sichert die ab der Abnahme laufenden Mängelansprüche zusätzlich ab, ersetzt die Abnahme als eigenen Rechtsakt aber nicht.

Typischer Fehler in der Prüfung

Die verbreitete Höhe von rund 5 % und der Zweck, einen Sicherheitseinbehalt abzulösen, sind Baupraxis, keine gesetzliche Vorgabe. Verwechsle die Gewährleistungsbürgschaft außerdem nicht mit der Sicherheit, die der Unternehmer selbst für seine offene Vergütung vom Besteller verlangen kann — sie sichert die entgegengesetzte Richtung.

Rechtsstand: September 2026

Weiterlesen auf der Prüfungsseite Immobilienverwalter (§ 26a WEG).

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