Glossar · § 34a GewO
Branddreieck
Modell der drei Grundvoraussetzungen einer Verbrennung, die zeitlich und räumlich im richtigen Mengenverhältnis zusammentreffen müssen: brennbarer Stoff, Sauerstoff und Zündenergie (Wärme). Fehlt ein Faktor, entsteht kein Feuer bzw. erlischt es — Grundlage jeder Löschtaktik. — z. B. erstickt eine Löschdecke den Brand durch Sauerstoffentzug.
Was die Prüfung erwartet
Der Rahmenplan zu Sachgebiet 7 nennt die Brandvoraussetzungen in einem Atemzug mit Brandklassen und Löschmitteln — und genau so hängen sie in der Prüfung zusammen: Wer die drei Voraussetzungen kennt, leitet jedes Löschverfahren daraus ab, statt es auswendig zu lernen. Typische Prüfungsszenarien:
- Welche drei Elemente müssen gleichzeitig vorhanden sein?
- Woran setzt eine Löschdecke an?
- Warum reicht es, einen einzigen Faktor zu entziehen?
So funktioniert es
Verbrennung ist ein chemischer Vorgang, bei dem der brennbare Stoff mit Sauerstoff unter Wärmeabgabe reagiert. Damit ein Brand entsteht, müssen drei Bedingungen zusammenkommen: ein brennbarer Stoff, der mit Sauerstoff aus der Luft ein zündfähiges Gemisch bildet, und eine Zündquelle mit ausreichender Energie; für die Einleitung zählen dabei Intensität und Einwirkungsdauer dieser Zündquelle. Brennbarer Stoff meint mehr als Holz oder Papier — der Sammelbegriff umfasst gasförmige, flüssige und feste Stoffe einschließlich Dämpfe, Nebel und Stäube. Der Sauerstoff selbst brennt nicht, er fördert die Verbrennung; in der Luft steckt er mit einem Anteil von 21 Vol.-%.
Weil alle drei Bedingungen zugleich erfüllt sein müssen, greift jedes Löschverfahren genau eine davon an: Entzug des Brennstoffs, etwa durch Schließen eines Ventils der Gaszufuhr; Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr, etwa durch Abdecken der Flammen; Beeinflussung der Zündquelle durch Kühlen, Entfernen oder Abschalten der Energie.
Beispiel aus dem Dienst
Auf dem Kontrollgang durch eine Lagerhalle steht ein Heizstrahler auf voller Stufe direkt neben der Kartonagenpresse, sein Gitter ist mit Papierstaub zugesetzt. Brennbarer Stoff und Sauerstoff sind da, und heiße Oberflächen wie ein Heizstrahler zählen zu den Zündquellen, die wirksam werden können — es fehlt also nicht mehr viel. Du schaltest das Gerät ab, rückst es weg und hältst die Stelle im Wachbuch fest. Damit hast du dem möglichen Brand eine der drei Voraussetzungen genommen, bevor er entstanden ist.
Nicht zu verwechseln mit …
Brandklassen teilen Brände nach dem brennenden Material ein — feste Stoffe, Flüssigkeiten, Gase, Metalle, Speisefette — und entscheiden über das Löschmittel. Das Branddreieck erklärt dagegen die Entstehung: Es sagt dir nicht, was brennt, sondern welche drei Bedingungen zusammentreffen müssen, damit überhaupt etwas brennen kann.
Typischer Fehler in der Prüfung
Rauch wird gern als vierte Voraussetzung mitgezählt — für die Brandentstehung nennt die DGUV aber genau drei Bedingungen, und Rauch gehört nicht dazu. Ebenso wenig Stickstoff: Er ist nicht brennbar und hemmt Brände eher, die reaktive Komponente ist der Sauerstoff.
Quellen
- DIHK-Rahmenplan Bewachungsgewerbe · abgerufen 2026-09-04
- DGUV Information 205-001 – Betrieblicher Brandschutz in der Praxis · abgerufen 2026-09-04
Rechtsstand: September 2026
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