Glossar · § 26a WEG
CO₂-Kostenaufteilung
Aufteilung der CO₂-Kosten aus dem Brennstoffemissionshandel zwischen Vermieter und Mieter nach einem Zehn-Stufenmodell: Je schlechter der energetische Zustand des Wohngebäudes, desto höher der Vermieteranteil (bis zu 95 %).
Rechtsgrundlage § 5 CO2KostAufG · § 8 CO2KostAufG
Was die Prüfung erwartet
Wohn- und Nichtwohngebäude laufen bei der CO₂-Kostenaufteilung nach unterschiedlichen Regeln — Katalogpunkt 2.6.3 Energierecht der Anlage 1 zur ZertVerwV. Prüflinge drehen gern die Wirkrichtung um: Ein schlechter energetischer Zustand erhöht den Vermieter-, nicht den Mieteranteil. Geprüft wird außerdem, wer bei einer vermieteten Eigentumswohnung überhaupt „Vermieter" im Sinn des Gesetzes ist.
So funktioniert es
§ 5 CO2KostAufG verpflichtet den Vermieter, im Zuge der jährlichen Heizkostenabrechnung den Kohlendioxidausstoß des Wohngebäudes in Kilogramm pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr zu ermitteln und in das gesetzliche Zehn-Stufenmodell einzuordnen: Bei einem sehr effizienten Gebäude trägt der Mieter die vollen Kosten, bei einem sehr ineffizienten sinkt sein Anteil bis auf 5 Prozent — je schlechter der energetische Zustand, desto höher der Vermieteranteil. Als Verwalter erstellst du zwar die Heizkostenabrechnung, in die dieser Wert einfließt — eine eigene Pflicht aus § 5 trifft dich aber nicht.
Für Nichtwohngebäude gilt eine andere Regel: § 8 CO2KostAufG erklärt Vereinbarungen für unwirksam, die dem Mieter mehr als 50 Prozent der Kohlendioxidkosten auferlegen — im Regelfall trägt der Vermieter dort also mindestens die Hälfte, unabhängig vom energetischen Zustand des Gebäudes.
Beispiel aus der Verwaltung
Ein Eigentümer vermietet seine Wohnung, während die Gemeinschaft den Brennstoff für das ganze Haus zentral einkauft. Bei der Heizkostenabrechnung ermittelst du den spezifischen Kohlendioxidausstoß des Gebäudes in Kilogramm pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr; mit diesem Wert ordnet der vermietende Eigentümer sein Mietverhältnis in das Stufenmodell ein — den Vermieteranteil schuldet er selbst seinem Mieter, nicht die Gemeinschaft: Rechtlich ist er der Vermieter, die Gemeinschaft nur an der zentralen Wärmeversorgung beteiligt.
Nicht zu verwechseln mit …
Die Heizkostenabrechnung verteilt die gesamten Heiz- und Warmwasserkosten nach Verbrauch und Fläche. Die CO₂-Kostenaufteilung entnimmt daraus nur den Kohlendioxidkostenanteil und teilt genau diesen zusätzlich zwischen Mieter und Vermieter auf — beide Verteilungen laufen nebeneinander, keine ersetzt die andere.
Typischer Fehler in der Prüfung
Prüflinge drehen die Wirkrichtung um und lassen bei schlechtem energetischem Zustand den Mieteranteil steigen — richtig ist das Gegenteil. Ebenso falsch ist die Annahme, das Gesetz verpflichte die Wohnungseigentümergemeinschaft selbst: Es kennt nur Vermieter und Mieter, bei der vermieteten Eigentumswohnung ist das der einzelne Eigentümer.
Quellen
- § 5 CO2KostAufG – Aufteilung der Kohlendioxidkosten bei Wohngebäuden · abgerufen 2026-09-05
- Anlage (zu den §§ 5 bis 7) CO2KostAufG – Einstufung der Gebäude oder der Wohnungen bei Wohngebäuden · abgerufen 2026-09-05
- § 8 CO2KostAufG – Aufteilung der Kohlendioxidkosten und Erstattungsanspruch bei Nichtwohngebäuden · abgerufen 2026-09-05
- § 2 CO2KostAufG – Anwendungsbereich · abgerufen 2026-09-05
- Anlage 1 ZertVerwV – Prüfungsgegenstände · abgerufen 2026-09-05
Rechtsstand: September 2026
Weiterlesen auf der Prüfungsseite Immobilienverwalter (§ 26a WEG).
Verwandte Begriffe
Begriffe sitzen? Dann prüf sie ab.
Im Vokabeltrainer von Lexam übst du die Fachbegriffe deiner Prüfung, bis sie bleiben — kostenlos starten.