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Glossar · § 26a WEG · § 34a GewO

Geschäftsfähigkeit

In der Prüfung Immobilienverwalter (§ 26a WEG)

Fähigkeit, Rechtsgeschäfte selbst wirksam vorzunehmen; das BGB unterscheidet geschäftsunfähig (unter 7 Jahren oder dauerhaft die freie Willensbestimmung ausschließende Störung, § 104), beschränkt geschäftsfähig (7 bis 17 Jahre) und voll geschäftsfähig (ab 18 Jahren).

Rechtsgrundlage § 104 BGB

Was die Prüfung erwartet

Wer ein Rechtsgeschäft wirksam vornehmen will, muss dafür geschäftsfähig sein — die Anlage 1 zur ZertVerwV führt diese Grundfrage jeder Willenserklärung unter 2.2.1 Allgemeines Vertragsrecht. Die IHK prüft, ob du die drei Stufen auseinanderhältst und weißt, wann ein Minderjähriger ausnahmsweise ohne Einwilligung wirksam handelt. Das wird in der Prüfung so abgefragt:

  • Ist die Erklärung eines dauerhaft willensunfreien Eigentümers wirksam?
  • Braucht ein Minderjähriger für jedes Geschäft die Einwilligung seines Vertreters?
  • Was gilt für einen Vertrag, den ein Minderjähriger ohne Einwilligung schließt?

So funktioniert es

§ 104 BGB erklärt geschäftsunfähig, wer das siebte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder sich dauerhaft in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand befindet; seine Willenserklärung wirkt dann von vornherein nicht, sie ist nichtig. Ab dem siebten Geburtstag ist ein Minderjähriger beschränkt geschäftsfähig, bis mit der Vollendung des 18. Lebensjahres die volle Geschäftsfähigkeit eintritt.

Innerhalb der beschränkten Geschäftsfähigkeit liegt der eigentliche Prüfungsstoff in der Ausnahme des § 107 BGB: Der Minderjährige braucht die Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters nur, wenn ihm die Erklärung nicht lediglich einen rechtlichen Vorteil bringt. Fehlt bei einem nachteiligen oder gemischten Geschäft die nötige Einwilligung, wird der Vertrag nicht automatisch unwirksam, sondern hängt in der Schwebe, bis der Vertreter ihn genehmigt oder verweigert.

Beispiel aus der Verwaltung

Bei einer Erbengemeinschaft ist einer der Miterben erst 15 Jahre alt. Die übrigen Miterben schenken ihm zum Ausgleich einen Geldbetrag, ohne dass er dafür etwas leisten oder auf eine eigene Rechtsposition verzichten muss — eine solche Schenkung ohne Auflage bringt ihm nur einen rechtlichen Vorteil, sodass du dafür keine Einwilligung seiner Eltern brauchst. Soll er dagegen selbst eine Vereinbarung mitunterzeichnen, die ihn zu eigenen Zahlungen verpflichtet, bleibt sie ohne deren Einwilligung zunächst in der Schwebe.

Nicht zu verwechseln mit …

Textform regelt, in welcher äußeren Form eine Erklärung wirksam abgegeben wird — lesbar, unter Nennung des Erklärenden, auf einem dauerhaften Datenträger. Die Geschäftsfähigkeit betrifft dagegen die Person selbst: Ob sie überhaupt wirksam handeln kann, hängt von ihrem Alter und ihrer geistigen Verfassung ab, unabhängig davon, in welcher Form sie ihre Erklärung abgibt.

Typischer Fehler in der Prüfung

Prüflinge übertragen die Einwilligungspflicht des gesetzlichen Vertreters pauschal auf jedes Geschäft eines Minderjährigen. Bringt die Erklärung ihm dagegen lediglich einen rechtlichen Vorteil, braucht er keine Einwilligung — die Ausnahme greift unabhängig davon, ob das Geschäft wirtschaftlich sinnvoll erscheint.

Rechtsstand: September 2026

Weiterlesen auf der Prüfungsseite Immobilienverwalter (§ 26a WEG).

In der Prüfung Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO)

Fähigkeit, Rechtsgeschäfte wirksam selbst vorzunehmen. Kinder unter 7 Jahren sind geschäftsunfähig (§ 104 BGB), Personen von 7 bis 18 Jahren beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB), ab 18 Jahren voll geschäftsfähig. — z. B. kann ein 6-Jähriger keinen wirksamen Kaufvertrag schließen.

Rechtsgrundlage § 104 BGB · § 106 BGB

Was die Prüfung erwartet

Im Wachdienst triffst du auf Minderjährige, deren Unterschrift rechtlich unterschiedlich wirkt – etwa wenn ein Ladendieb ein Schuldanerkenntnis unterschreiben soll. Der Rahmenplan nennt die Geschäftsfähigkeit an keiner Stelle; hinter jeder Erklärung, die du dir unterschreiben lässt, steht sie trotzdem. Entscheidend ist dabei die genaue Altersgrenze des BGB, nicht die grobe Einordnung minderjährig.

So funktioniert es

§ 104 BGB macht geschäftsunfähig, wer das siebente Lebensjahr noch nicht vollendet hat; seine Willenserklärung ist nichtig und wirkt damit von vornherein nicht, ganz gleich, worum es inhaltlich geht. Hat ein Minderjähriger das siebente Lebensjahr vollendet, ist er nach § 106 BGB nur noch beschränkt geschäftsfähig, nicht mehr geschäftsunfähig.

§ 107 BGB konkretisiert diese Beschränkung: Für eine Willenserklärung, die dem Minderjährigen nicht lediglich einen rechtlichen Vorteil bringt, braucht er die Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters. Bringt ihm die Erklärung dagegen nur einen rechtlichen Vorteil, gilt diese Einschränkung nicht.

Beispiel aus dem Dienst

Im Kaufhaus stellst du einen 15-jährigen Ladendieb und legst ihm ein Schuldanerkenntnis zur Unterschrift vor. Seine Unterschrift allein reicht nicht: Als beschränkt Geschäftsfähiger braucht er dafür die Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters, denn ein Schuldanerkenntnis bringt ihm keinen rechtlichen Vorteil. Wäre er erst sechs Jahre alt, würde seine Unterschrift von vornherein nichts bewirken, weil er geschäftsunfähig ist – du müsstest in jedem Fall die Eltern hinzuziehen.

Nicht zu verwechseln mit …

Die Deliktsfähigkeit fragt nicht nach Erklärungen, sondern nach Schaden: ob jemand für einen selbst verursachten Schaden zivilrechtlich einstehen muss. Dort entscheidet bei älteren Kindern die Einsichtsfähigkeit im Einzelfall, hier dagegen zählen die feste Altersgrenze und die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters.

Typischer Fehler in der Prüfung

Viele nehmen an, jede Unterschrift eines Minderjährigen sei automatisch unwirksam. Tatsächlich unterscheidet das Gesetz: Unter sieben Jahren ist die Erklärung nichtig, ab dem vollendeten siebenten Lebensjahr braucht sie nur die Einwilligung des gesetzlichen Vertreters – bringt sie dem Minderjährigen ausschließlich einen Vorteil, wirkt sie sogar ohne diese Einwilligung.

Rechtsstand: September 2026

Weiterlesen auf der Prüfungsseite Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO).

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