Auf einen Blick:
- Eine Musterprüfung bildet den schriftlichen Teil nach: mindestens 90 Minuten (§ 3 Abs. 2 ZertVerwV) und 50 Fragen (Summe der Angaben der DIHK-Bildungs-gGmbH je Themenbereich). In jedem der vier Themenbereiche brauchst du mindestens 50 Prozent der Punkte.
- Der Schwerpunkt liegt im Recht: 40 von 80 Punkten. In Lexams Aufbereitung des DIHK-Rahmenplans entfallen 97 von 177 Lerninhalten auf das Recht (Stand 07.10.2026).
- Zum mündlichen Teil kommst du nur nach bestandenem schriftlichem Teil. Wiederholen darfst du beliebig oft.
- Die DIHK-Demoprüfung zeigt Aufbau und Bedienung von IHK-eXam. Realistisch übst du mit einer Probeprüfung im Aufbau des schriftlichen Teils, etwa Lexams Simulation (90 Minuten, 50 Fragen) mit Gratis-Kurzversion.
Du suchst eine Musterprüfung zum zertifizierten Verwalter nach § 26a WEG und willst wissen, wie die echte Prüfung aussieht und womit du sie vorher realistisch üben kannst. Dieser Artikel zeigt zuerst den Aufbau und die Inhalte, dann den Ablauf, zwei Beispielfragen und am Ende, wie du dafür trainierst.
Wie ist die Verwalterprüfung aufgebaut?
Die Prüfung hat einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. Der schriftliche dauert mindestens 90 Minuten, die Verordnung nennt aber keine Fragenzahl. Die DIHK-Bildungs-gGmbH nennt je Themenbereich 5/8, 25/40, 9/14 und 11/18 Fragen und Punkte; zusammen sind das 50 Fragen und 80 Punkte. Bestanden ist der Teil nur mit mindestens 50 Prozent je Themenbereich.
| Themenbereich | Fragen | Punkte | Anteil an 80 Punkten | Mindestpunkte (50 %) |
|---|---|---|---|---|
| Grundlagen der Immobilienwirtschaft | 5 | 8 | 10 % | 4 |
| Rechtliche Grundlagen | 25 | 40 | 50 % | 20 |
| Kaufmännische Grundlagen | 9 | 14 | 17,5 % | 7 |
| Technische Grundlagen | 11 | 18 | 22,5 % | 9 |
Quelle: Angaben der DIHK-Bildungs-gGmbH je Themenbereich, abgerufen am 27.10.2026. Summen (50 Fragen, 80 Punkte), Anteile und Mindestpunkte sind aus diesen Werten gerechnet.
Die Rechnung zeigt, wie eng es in der Immobilienwirtschaft ist: Bei nur 8 Punkten fällst du mit weniger als 4 Punkten durch, auch wenn du in den anderen Bereichen alles richtig hast. Warum 50 Fragen 80 Punkte ergeben und wie Mehrfachwahl-Aufgaben genau bepunktet werden (etwa Teilpunkte oder falsche Kreuze), erklären die abgerufenen Seiten nicht abschließend. Frag dazu bei deiner IHK nach.
Die IHK Düsseldorf nennt für ihre schriftliche Prüfung dieselbe Verteilung, 90 Minuten Dauer und eine Prüfung am PC. Als Fragetypen nennt sie Einfachwahl (eine Antwort ist richtig) und Mehrfachwahl (mehrere Antworten sind richtig, „jede richtige Antwort zählt“). Die IHK Nordwestfalen führt die schriftliche Prüfung ebenfalls als PC-Prüfung durch.
Unterschiede zeigen sich zum Beispiel beim Medium. Die Prüfungsordnung der IHK Frankfurt am Main lässt Papier oder elektronische Durchführung zu und sieht das Antwort-Wahl-Verfahren vor. Das Verfahren bestimmt die IHK.
Was steckt in den vier Themenbereichen?
Anlage 1 der Verordnung nennt vier Themenbereiche: Grundlagen der Immobilienwirtschaft, Rechtliche Grundlagen, Kaufmännische Grundlagen und Technische Grundlagen. Für Recht, Kaufmännisches und Technik verlangt § 1 ZertVerwV vertiefte Kenntnisse, für die Immobilienwirtschaft nur Grundkenntnisse. Welche Lerninhalte dahinterstehen, zeigt Lexams Aufbereitung des DIHK-Rahmenplans.
| Themenbereich (Anlage 1) | Themen in Lexams Aufbereitung | Lerninhalte in Lexams Aufbereitung |
|---|---|---|
| 1. Grundlagen der Immobilienwirtschaft | 3 | 21 |
| 2. Rechtliche Grundlagen | 21 | 97 |
| 3. Kaufmännische Grundlagen | 5 | 22 |
| 4. Technische Grundlagen | 9 | 37 |
| Zusammen | 38 | 177 |
Stand: Lexam-Checkliste zuletzt geändert am 07.10.2026. Die Zahl der Lerninhalte ist Lexams Zählweise, keine Zahl des Rahmenplans. Der abgerufene DIHK-Rahmenplan trägt den Bearbeitungsstand März 2022.
Der Rahmenplan gilt als gemeinsame Empfehlung des Sachverständigengremiums und als Grundlage für lernzielorientierte Prüfungsaufgaben und Vorbereitungslehrgänge. Eine gute Musterprüfung müsste also alle vier Bereiche abdecken, mit dem Schwerpunkt im Recht. Genau das erkennst du an der Tabelle: Dort liegt der größte Teil der Themen.
Wie läuft die Prüfung zum zertifizierten Verwalter ab?
Zum mündlichen Teil wirst du nur zugelassen, wenn du den schriftlichen Teil bestanden hast (§ 3 Abs. 1 ZertVerwV). Die Gesamtprüfung ist bestanden, wenn beide Teile bestanden sind. Im schriftlichen Teil zählt die 50-Prozent-Grenze je Themenbereich, im mündlichen Teil gilt sie für die erreichbaren Punkte insgesamt (§ 5 Abs. 2 ZertVerwV).
Im mündlichen Teil können bis zu fünf Prüflinge gleichzeitig geprüft werden, auf jeden müssen mindestens 15 Minuten Prüfungszeit entfallen. Er soll sich zumindest auf Nummer 2.1 der Anlage 1 beziehen, also auf das Wohnungseigentumsgesetz (§ 3 Abs. 3 ZertVerwV). Die IHK Nordwestfalen beschreibt ihn als Einzelprüfung von 15 Minuten, die sich in jedem Fall auf das Wohnungseigentumsrecht bezieht.
Fällst du durch, bekommst du einen Bescheid mit Hinweis auf die Wiederholungsmöglichkeit. Die Prüfung darf beliebig oft wiederholt werden (§ 6 Abs. 1 und 2 ZertVerwV). Die Einzelheiten des Verfahrens regeln die IHKs durch Satzung (§ 6 Abs. 3), deshalb kann die Umsetzung je IHK abweichen.
Wie sehen Aufgaben aus? Zwei Übungsfragen
Zwei Beispiele zeigen dir das Format einer Aufgabe mit Antwortauswahl. Es sind Lexam-Übungsfragen aus dem § 26a-Kurs im Einfachwahl- und Mehrfachwahl-Stil, ausdrücklich keine Aufgaben einer IHK. Beide kommen aus dem Rechtsbereich, der nach den DIHK-Angaben die Hälfte der Punkte stellt.
Übungsfrage 1 (Einfachwahl): Eine fällige Geldforderung wird nicht bezahlt. Wodurch gerät der Schuldner im Grundsatz in Verzug?
- Allein durch Fälligkeit, automatisch
- Durch Mahnung nach Fälligkeitseintritt
- Erst durch Erhebung einer Klage
- Erst durch einen Mahnbescheid des Gerichts
Lösung: Die zweite Antwort. Verzug tritt durch Mahnung nach Fälligkeitseintritt ein (§ 286 Abs. 1 BGB) — zusätzlich muss der Schuldner die Nichtleistung zu vertreten haben (§ 286 Abs. 4 BGB).
Übungsfrage 2 (Mehrfachwahl): Welche zwei Aussagen zur regelmäßigen Verjährung treffen zu? (2 richtig)
- Regelfrist beträgt drei Jahre (§ 195 BGB)
- Beginn mit Jahresschluss von Entstehung und Kenntnis
- Beginn sofort mit Entstehung des Anspruchs
- Grob fahrlässige Unkenntnis hindert den Fristbeginn
Lösung: Die ersten beiden Aussagen. Die Regelfrist beträgt drei Jahre (§ 195 BGB); sie beginnt mit Jahresschluss, sobald Anspruch und Kenntnis (oder grobe Unkenntnis) des Gläubigers vorliegen (§ 199 Abs. 1 BGB).
Gibt es offizielle Musterklausuren der IHK?
Echte Prüfungsaufgaben findest du nicht frei zugänglich: Die IHK Frankfurt am Main legt in ihrer Prüfungsordnung fest, dass die Aufgaben auch nach der Prüfung nicht veröffentlicht werden und dir nur während der schriftlichen Prüfung zur Verfügung stehen (§ 9 Abs. 7). Ob andere IHKs das genauso regeln, ist offen.
Offiziell gibt es von der DIHK-Bildungs-gGmbH eine Demoprüfung für digitale Prüfungen. Mit ihr lernst du „den Aufbau und die Bedienung von IHK-eXam vorab kennen“, dazu gibt es eine Handreichung zum Ablauf. Die Seite führt die Demo allgemein für digitale Prüfungen, nicht als Musterprüfung zum zertifizierten Verwalter. Ob sie Verwalter-Aufgaben enthält, ist unklar.
Die Demo zeigt dir also die Prüfungsumgebung. Den Inhalt der Prüfung übst du damit nicht. Dafür brauchst du eine Probeprüfung, die den Aufbau nachbildet: Zeit, Verteilung auf die Themenbereiche und die Bestehensregel.
Wie übst du realistisch mit einer Probeprüfung?
Realistisch übst du, wenn die Probeprüfung den schriftlichen Teil nachbildet: 90 Minuten, Fragen aus allen vier Themenbereichen und Bestehen nur mit mindestens 50 Prozent in jedem Bereich, nicht im Durchschnitt. Lexam bietet dafür eine Prüfungssimulation im IHK-Format an und einen Gratis-Einstieg, der eine Probeprüfung enthält.
Lexams Simulation für § 26a hat 90 Minuten Zeit und 50 Fragen im schriftlichen Teil. Zum Bestehen brauchst du 50 Prozent je Sachgebiet. Die Zahl 50 ist ein Lexam-Parameter und keine amtliche Vorgabe, denn die Verordnung nennt keine Fragenzahl. Im Gratis-Einstieg bekommst du eine verkürzte Probeprüfung mit Auswertung.
Die Lexam-Fragenbank zu § 26a umfasst nach dem Stand vom 16.10.2026 1.033 Prüfungsfragen mit Erklärung sowie 144 Lektionen. Wichtiger ist, wie du auswertest: Schau nach jeder Probeprüfung pro Themenbereich, nicht nur auf die Gesamtpunkte, denn ein Ausgleich zwischen den Themenbereichen ist nicht möglich (so die IHK Nordwestfalen).
Weil das Recht die Hälfte der Punkte stellt, lohnt sich dort die meiste Übungszeit. Die drei anderen Bereiche zählen aber genauso mit ihrer Mindestgrenze.
Termin steht? So gehst du jetzt weiter vor
Wenn dein Prüfungstermin steht, plane deinen Lernplan rückwärts ab dem Prüfungstag und lege früh eine erste Probeprüfung dazu, um zu sehen, in welchem der vier Themenbereiche du unter 50 Prozent liegst. Dort setzt du zuerst an. Den Gratis-Einstieg findest du bei Immobilienverwalter-Prüfung § 26a. Preise und Pakete stehen unter Preise.




