Glossar · § 34a GewO
Dienstanweisung
Schriftliche oder mündliche Weisung des Arbeitgebers oder Auftraggebers an das Sicherheitspersonal über Aufgaben, Verhalten und Vorgehensweise im Dienst. Rechtsverbindlich im Rahmen des Direktionsrechts; Verstöße können arbeitsrechtliche Konsequenzen haben.
Was die Prüfung erwartet
Sachgebiet 5 des Rahmenplans führt die Dienstanweisung als eigenen Prüfstoff direkt neben Eignung und dem Verbot berauschender Mittel. Die IHK prüft vor allem zwei Dinge: welchen Mindestinhalt die Dienstanweisung zwingend haben muss und in welcher Form sie dir übergeben werden muss, bevor du deinen ersten Dienst antrittst. Typische Prüfungsszenarien:
- Reicht eine mündliche Dienstanweisung aus?
- Was muss die Dienstanweisung zwingend zu deinen Befugnissen enthalten?
- Was passiert, wenn ein Pflichtpunkt fehlt?
So funktioniert es
§ 17 BewachV legt den Mindestinhalt der Dienstanweisung fest: Sie muss ausdrücklich klarstellen, dass du nicht die Eigenschaft und Befugnisse eines Polizeivollzugsbeamten oder eines sonstigen Behördenbediensteten besitzt. Führst du während des Dienstes eine Schusswaffe, Hieb- und Stoßwaffen oder ein Reizstoffsprühgerät, darf das nur mit Zustimmung des Gewerbetreibenden geschehen — jeden Gebrauch musst du unverzüglich der Polizei und dem Gewerbetreibenden melden.
Auch die Form ist vorgeschrieben: Der Gewerbetreibende muss dir vor deinem ersten Einsatz einen Abdruck gegen Empfangsbescheinigung aushändigen — eine mündliche Anweisung reicht nicht. Inhaltlich verlangt zusätzlich die Unfallverhütungsvorschrift für dein Gewerbe, dass die Dienstanweisung alle technischen und organisatorischen Anforderungen sowie dein Verhalten verständlich regelt; Anweisungen, die der Sicherheit offensichtlich entgegenstehen, darfst du nicht ausführen.
Beispiel aus dem Dienst
Du trittst deinen ersten Dienst bei einem neuen Arbeitgeber an. Dein Vorgesetzter erklärt dir mündlich, was zu tun ist, verspricht aber, die schriftliche Dienstanweisung „bei Gelegenheit" nachzureichen. Das reicht nicht: Ohne den ausgehändigten Abdruck gegen Empfangsbescheinigung darfst du den Dienst so noch nicht beginnen. Erst wenn du das Dokument mit dem Hinweis auf deine fehlenden Polizeibefugnisse und die Zustimmungspflicht bei Waffen unterschrieben in den Händen hast, ist der Einsatz zulässig.
Nicht zu verwechseln mit …
DGUV Vorschrift 23 ist die übergeordnete Unfallverhütungsvorschrift für dein Gewerbe, die Pflichten von Unternehmer und Versicherten regelt — unter anderem Eignungsanforderungen, Unterweisungspflichten und Ausrüstung. Die Dienstanweisung ist dagegen das konkrete, betriebs- und objektbezogene Dokument, das dir dein Arbeitgeber aushändigt und das deine Aufgaben und dein Verhalten im Einzelfall festlegt.
Typischer Fehler in der Prüfung
Viele meinen, es reiche, wenn die Dienstanweisung nur einen Teil der Pflichtpunkte enthält oder mündlich erteilt wird. Beides trifft nicht zu: Die Pflichtinhalte gelten kumulativ, und ohne den schriftlichen Abdruck gegen Empfangsbescheinigung vor dem ersten Einsatz ist die Aushändigungspflicht des Gewerbetreibenden nicht erfüllt.
Quellen
- § 17 BewachV – Dienstanweisung · abgerufen 2026-09-04
- Durchführungsanweisung zur DGUV Vorschrift 23 (Wach- und Sicherungsdienste) · abgerufen 2026-09-04
Rechtsstand: September 2026
Weiterlesen auf der Prüfungsseite Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO).
Verwandte Begriffe
Begriffe sitzen? Dann prüf sie ab.
Im Vokabeltrainer von Lexam übst du die Fachbegriffe deiner Prüfung, bis sie bleiben — kostenlos starten.