Glossar · § 34a GewO
Gefährdungsbeurteilung
Systematische Erfassung und Bewertung aller Gefährdungen am Arbeitsplatz sowie Festlegung von Schutzmaßnahmen. Im Bewachungsgewerbe u. a. für Alleinarbeit, Übergriffe, Fahrtätigkeit und Schichtarbeit durchzuführen. Schriftlich zu dokumentieren.
Rechtsgrundlage § 5 ArbSchG
Was die Prüfung erwartet
Die IHK prüft, ob du weißt, wen die Gefährdungsbeurteilung verpflichtet und was aus ihrem Ergebnis folgt — die Pflicht trifft den Arbeitgeber, nicht die einzelne Wachperson. Der Rahmenplan verortet das im Sachgebiet Arbeitsschutz, direkt neben Eignung und Dienstanweisung.
Typische Prüfungsszenarien:
- Welchen Zweck hat die Gefährdungsbeurteilung vor einem Sicherheitseinsatz?
- Welche persönliche Schutzausrüstung leitet sich daraus ab?
- Was folgt aus einer wesentlichen Änderung der Gefahrenlage?
So funktioniert es
§ 5 ArbSchG verpflichtet dich als Arbeitgeber, durch eine Beurteilung der mit der Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln, welche Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Die Norm zählt dazu ausdrücklich auch unzureichende Qualifikation oder Unterweisung sowie psychische Belastungen bei der Arbeit — beides greift bei Alleinarbeit und möglichen Konfrontationen im Wachdienst unmittelbar. Bei gleichartigen Arbeitsbedingungen reicht eine Beurteilung für mehrere vergleichbare Arbeitsplätze oder Tätigkeiten; du musst nicht jeden Standort einzeln beurteilen.
§ 6 ArbSchG verlangt zusätzlich, dass du über Unterlagen verfügst, aus denen das Ergebnis der Beurteilung, die festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung hervorgehen — eine reine mündliche Einschätzung reicht nicht. Ändert sich die Gefahrenlage wesentlich, etwa durch einen Umbau am Objekt mit neuen Zugängen, musst du die Beurteilung wiederholen und die Schutzmaßnahmen anpassen.
Beispiel aus dem Dienst
Bei deiner Nachtstreife im Parkhaus eines Bürokomplexes fällt dir auf, dass ein neu abgesperrter Bereich mit Bauschutt weder beleuchtet noch in deiner Einweisung erwähnt wurde — eine Gefährdung, die die bestehende Beurteilung nicht erfasst. Du meldest das deinem Arbeitgeber, statt die Kontrolle einfach fortzusetzen. Er muss die Beurteilung für diesen Bereich nachholen und geeignete Schutzmaßnahmen festlegen, bevor du dort weiter allein Streife läufst.
Nicht zu verwechseln mit …
Gesundheitliche Eignung fragt, ob eine einzelne Person körperlich und psychisch für die Tätigkeit geeignet ist; die Gefährdungsbeurteilung bewertet dagegen die Gefahren des Arbeitsplatzes oder der Tätigkeit selbst, unabhängig davon, wer sie ausübt.
Typischer Fehler in der Prüfung
Manche gehen davon aus, eine bestehende Beurteilung bleibe unbegrenzt gültig oder müsse erst nach einem tatsächlichen Unfall wiederholt werden. Beides stimmt nicht: Schon die wesentliche Änderung der Gefahrenlage selbst — nicht erst ein eingetretener Schaden — löst die Pflicht zur Neubeurteilung aus.
Quellen
- § 5 ArbSchG – Beurteilung der Arbeitsbedingungen · abgerufen 2026-09-04
- § 6 ArbSchG – Dokumentation · abgerufen 2026-09-04
- DGUV Vorschrift 1 – Grundsätze der Prävention · abgerufen 2026-09-04
- DIHK-Rahmenplan – Eignung und Dienstanweisung · abgerufen 2026-09-04
Rechtsstand: September 2026
Weiterlesen auf der Prüfungsseite Bewachungsgewerbe (§ 34a GewO).
Verwandte Begriffe
Begriffe sitzen? Dann prüf sie ab.
Im Vokabeltrainer von Lexam übst du die Fachbegriffe deiner Prüfung, bis sie bleiben — kostenlos starten.