Glossar · § 26a WEG
Hydraulischer Abgleich
Einstellung einer Heizungsanlage, bei der jeder Heizkörper genau den benötigten Volumenstrom erhält; er senkt Energieverbrauch und Strömungsgeräusche und ist für größere Gebäude mit Gaszentralheizung sowie nach Heizungstausch vorgeschrieben.
Rechtsgrundlage § 60c GEG
Was die Prüfung erwartet
Zum Prüfungsgegenstand 4.2 Haustechnik der Anlage 1 zur ZertVerwV gehört der hydraulische Abgleich als eine der wenigen Vorgaben, die das GModG nicht nur empfiehlt, sondern anordnet. Die IHK prüft, ob du seinen tatsächlichen Anwendungsbereich kennst — jedes wasserführende Heizungssystem ab sechs Wohnungen nach dem Einbau einer Heizungsanlage, unabhängig vom Energieträger — und ob du ihn von der bloßen Kontrolle in der Wärmepumpen-Betriebsprüfung unterscheidest.
So funktioniert es
§ 60c GModG (bis Juli 2026 GEG) verpflichtet zum hydraulischen Abgleich jedes Heizungssystems mit Wasser als Wärmeträger, wenn eine Heizungsanlage neu eingebaut oder aufgestellt wird — die Schwelle liegt bei mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen Nutzungseinheiten, nicht bei einer bestimmten Gebäudegröße, und die Pflicht ist nicht auf Gaszentralheizungen beschränkt. Vorgeschrieben sind mindestens eine raumweise Heizlastberechnung, die Prüfung und nötigenfalls Optimierung der Heizflächen im Hinblick auf eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur sowie die Anpassung der Vorlauftemperaturregelung; das technische Verfahren richtet sich nach einer externen Fachregel, auf die das Gesetz nur verweist.
Über die Einbaupflicht hinaus ist der Abgleich auch fester Prüfpunkt der Wärmepumpen-Betriebsprüfung nach § 60a GModG, die kontrolliert, ob er überhaupt durchgeführt wurde. Festgehalten wird das Ergebnis schriftlich, mit Einstellungswerten und Heizlast; auf Verlangen ist die Bestätigung einem Mieter unverzüglich vorzulegen.
Beispiel aus der Verwaltung
Nach dem Austausch der alten Gastherme beauftragst du den Heizungsbauer nicht nur mit dem Einbau, sondern gleich mit dem hydraulischen Abgleich für das ganze Achtparteienhaus. Der Betrieb berechnet die Heizlast raumweise, stellt die Thermostatventile neu ein und übergibt dir die schriftliche Bestätigung mit den Einstellungswerten. Als ein Mieter aus dem Erdgeschoss wenig später nach dem Nachweis fragt, weil seine Heizkörper kühl bleiben, legst du ihm die Bestätigung unverzüglich vor.
Nicht zu verwechseln mit …
Die Jahresarbeitszahl ist eine rechnerische Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe im realen Betrieb. Der hydraulische Abgleich ist dagegen eine technische Einstellmaßnahme an der Wärmeverteilung: Er sorgt dafür, dass jeder Heizkörper den richtigen Volumenstrom bekommt, und taucht bei Wärmepumpen nur noch als Prüfpunkt auf, nicht als eigene Kennzahl.
Typischer Fehler in der Prüfung
Werden pumpennahe Heizkörper heiß, während entfernte kalt bleiben, denken viele zuerst an eine höhere Vorlauftemperatur oder zusätzliche Heizkörper. Beides kuriert nur das Symptom: Ursache ist die ungleiche Verteilung des Heizwassers, die nur der hydraulische Abgleich über die Thermostatventile behebt.
Quellen
- § 60c GModG – Hydraulischer Abgleich und weitere Maßnahmen zur Heizungsoptimierung · abgerufen 2026-09-05
- § 60a GModG – Prüfung und Optimierung von Wärmepumpen · abgerufen 2026-09-05
- Anlage 1 ZertVerwV – Prüfungsgegenstände · abgerufen 2026-09-05
Rechtsstand: September 2026
Weiterlesen auf der Prüfungsseite Immobilienverwalter (§ 26a WEG).
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